Vegane Getränke: Liste und Check 2026
Wasser, Kaffee und Tee sind sicher vegan, bei Wein, Bier und Saft entscheidet die Klärung. Tierische Klärmittel müssen laut EU-Verordnung 1169/2011 in der Regel nicht auf dem Etikett stehen, da sie als Verarbeitungshilfsstoffe gelten. Hausenblase, Gelatine, Kasein oder Eiklar können also im Spiel sein, ohne dass du es auf der Flasche siehst.
Die Liste unten zeigt dir, welche Getränke sicher vegan sind, wo du genauer hinschauen solltest und wie du es herausfindest.
Vegane Getränke im Überblick
| Getränkekategorie | Vegan-Status | Worauf du achten solltest |
|---|---|---|
| Leitungs- und Mineralwasser | Sicher vegan | Nichts |
| Kaffee, Tee (schwarz) | Sicher vegan | Pflanzenmilch wählen |
| Limonade, Cola | Meist vegan | Zutatenliste lesen |
| Energy Drinks | Meist vegan | Zutatenliste lesen |
| Fruchtsaft | Unsicher | V-Label oder Herstellerangabe |
| Bier (Reinheitsgebot) | Meist vegan | Barnivore prüfen |
| Wein | Unsicher | V-Label oder Barnivore |
| Cider | Unsicher | Hersteller fragen |
| Likör, Spirituosen | Variiert | Barnivore prüfen |
Unsicher heißt: Es hängt vom Hersteller ab. Die nächsten Abschnitte zeigen, woran du das erkennst.
Warum Klärmittel Getränke unvegan machen
Bei der Herstellung vieler Getränke kommen Schönungsmittel zum Einsatz. Sie binden Trübstoffe, Gerbstoffe und Schwebeteilchen, die dann zu Boden sinken oder abgefiltert werden. Das Ergebnis ist ein klares, stabiles Getränk.
Die häufigsten tierischen Schönungsmittel sind laut Vegane Gesellschaft Österreich:
- Hausenblase (Isinglass): aus den Schwimmblasen von Fischen, vor allem bei Weißwein und Bier
- Gelatine: aus Tierknochen und Tierhäuten, in Wein und Säften
- Kasein: Milcheiweiß, in Wein
- Eiklar (Albumin): aus Hühnereiern, vor allem bei Rotwein
Laut EU-Durchführungsverordnung 579/2012 müssen Kasein und Eiklar im Wein seit 2012 angegeben werden, wenn sie mit mindestens 0,25 mg/l nachweisbar sind. Hausenblase und Gelatine sind davon ausgenommen, weil sie im Endprodukt nicht mehr nachweisbar sind.
Veganen Wein erkennen
Für vegane Weine werden ausschließlich pflanzliche oder mineralische Schönungsmittel eingesetzt. Die häufigsten laut Delinat Weinwissen:
- Bentonit: vulkanisches Tonmineral, bindet Eiweiße
- Aktivkohle: für helle Weine geeignet
- Erbsenprotein: rein pflanzlich
- Kieselgur: natürliche Filtererde
Vegane Weine findest du so:
- V-Label oder die Aufschrift "vegan" auf dem Etikett
- Barnivore-Datenbank (barnivore.com/wine) mit aktuell rund 22.500 Wein-Einträgen
- Weinhändler mit veganem Sortiment, die die Vegane Gesellschaft Österreich auf ihrer Wein-Seite nennt
Biodynamischer oder Bio-Wein ist nicht automatisch vegan.
Mehr: Ist Wein vegan? - Veganer Rotwein kaufen - Veganer Weißwein kaufen - Veganer Wein: Herstellung
Neue Wein-Etiketten ändern wenig
Seit dem 8. Dezember 2023 gelten in der EU neue Etikettenregeln für Wein. Laut Scantrust-Überblick zur Verordnung 2021/2117 müssen Allergene, Brennwert und Alkoholgehalt auf der Flasche stehen. Zutatenliste und Nährwerte dürfen per QR-Code online bereitgestellt werden.
Für dich als Veganer bringt das nur begrenzt Klarheit. Verarbeitungshilfsstoffe wie Hausenblase oder Gelatine müssen weiterhin nicht auftauchen. Das V-Label und die Herstellerangabe bleiben der verlässlichste Weg.
Bier meist vegan, Ausnahmen prüfen
Viele nach dem Reinheitsgebot gebraute Biere bestehen aus Wasser, Malz, Hopfen und Hefe. Hefe ist ein Pilz, kein Tier, und daher vegan.
Genau hinschauen solltest du bei:
- Honig-Bier, weil Honig nicht vegan ist
- Früchte- oder Weihnachtsbieren, die manche Brauereien zusätzlich klären
- Bieren mit Hausenblase als Klärmittel, häufiger bei englischen und belgischen Stilen
Zum Nachschlagen bietet die Barnivore-Bierliste aktuell über 35.000 Einträge.
Mehr: Ist Bier vegan? - Ist Cider vegan?
Fruchtsaft ohne Gelatine finden
Auch Fruchtsaft kann tierische Klärmittel enthalten. Laut Verbraucherzentrale Bayern wird Apfelsaft teils mit Gelatine geklärt, die danach wieder entfernt wird. Weil sie als Verarbeitungshilfsstoff gilt, muss sie nicht im Zutatenverzeichnis stehen.
Eine automatische Kennzeichnung gibt es nicht. Vegpool erklärt die Gelatine-Klärung bei Wein und Saft im Detail.
| Safttyp | Vegan-Status | So gehst du vor |
|---|---|---|
| Saft mit V-Label oder "vegan" | Vegan | Nichts weiter nötig |
| Naturtrüber Apfelsaft | Unsicher | Hersteller fragen |
| Saft aus Konzentrat | Unsicher | Hersteller fragen |
| Smoothies (kalt) | Meist vegan | Zutaten prüfen |
Mehr: Ist Saft vegan?
Alkoholfreie Getränke im Alltag
Wasser, schwarzer Kaffee und Tee sind immer vegan. Bei Milchzusätzen greifst du zu Pflanzendrinks. Bei Limonaden, Cola und Energy Drinks lohnt ein Blick auf die Zutatenliste, denn hier stehen tierische Zutaten, falls vorhanden, tatsächlich drauf.
Mehr: Vegane Energy Drinks - Ist Red Bull vegan? - Vegane Frühstücksgetränke
So erkennst du vegane Getränke beim Einkauf
Die sicherste Methode ist die aktive Prüfung:
- V-Label (Dreieck mit V): europaweit anerkannt, auch für Getränke
- "Vegan" auf dem Etikett, bei Wein und Bier immer häufiger zu finden
- Barnivore.com: kostenlose Datenbank mit über 63.000 Einträgen zu Wein, Bier und Spirituosen, am Smartphone abrufbar
- Anfrage beim Hersteller: bei Saft und Cider oft der einzige Weg
Herbst und Winter: Heißgetränke und Glühwein
Mit den kühleren Tagen beginnt die Glühwein-Saison. Ob dein Glühwein vegan ist, hängt vom Wein ab, den du verwendest. Dazu passt die Antwort in Ist Glühwein vegan? und das Rezept für veganen Glühwein.
Weitere Ideen: Vegane Heißgetränke für kalte Tage - Vegane Sommergetränke selber machen - Vegane Snacks zum Wein
Häufige Fragen
- Sind alle Getränke automatisch vegan?
- Nein. Wein, Bier, Cider und Fruchtsäfte können mit tierischen Klärmitteln wie Hausenblase, Gelatine, Kasein (Milcheiweiß) oder Eiklar hergestellt werden. Da diese Stoffe als Verarbeitungshilfsstoffe gelten, stehen sie nicht im Zutatenverzeichnis. Wasser, Kaffee und Tee (ohne Milch) sind dagegen sicher vegan.
- Welcher Wein ist vegan?
- Vegane Weine werden ohne tierische Schönungsmittel hergestellt, zum Beispiel mit Bentonit (Tonmineral), Aktivkohle oder Erbsenprotein. Du erkennst sie am V-Label, an der Aufschrift "vegan" auf dem Etikett oder über einen Eintrag in der Barnivore-Datenbank. Im Zweifel hilft eine Anfrage beim Winzer.
- Ist Bier vegan?
- Viele nach dem Reinheitsgebot gebraute Biere kommen mit Wasser, Malz, Hopfen und Hefe aus und enthalten keine tierischen Zutaten. Hefe ist ein Pilz und damit vegan. Honig- und Früchtebiere sowie Biere, die mit Hausenblase geklärt werden, sind es nicht. Die Barnivore-Datenbank listet über 35.000 Biere zum Nachschlagen.
- Sind Fruchtsäfte vegan?
- Nicht immer. Laut Verbraucherzentrale Bayern kann Apfelsaft mit Gelatine geklärt werden, ohne dass das auf der Flasche steht. Eine automatische Kennzeichnung gibt es nicht. Sicherheit geben das V-Label, die Aufschrift "vegan" oder eine Nachfrage beim Hersteller.
- Welche tierischen Klärmittel werden in Getränken verwendet?
- In Wein, Bier und Säften kommen Hausenblase (aus Fischschwimmblasen), Gelatine (aus Tierknochen und -haut), Kasein (Milcheiweiß) und Eiklar (Hühnerei) zum Einsatz. Kasein und Eiklar müssen im Wein ab 0,25 mg/l angegeben werden, Hausenblase und Gelatine nicht, weil sie im fertigen Getränk nicht mehr nachweisbar sind.
- Wo finde ich vegane Getränke?
- Am schnellsten über das V-Label auf der Flasche und die Barnivore-Datenbank, die du am Smartphone im Geschäft abfragen kannst. Die Vegane Gesellschaft Österreich nennt auf ihrer Wein-Seite außerdem Weinhändler mit veganem Sortiment. Bei Saft und Bier lohnt der Blick auf die Herstellerseite.
- Was bedeutet das V-Label bei Getränken?
- Das V-Label ist eine europaweit anerkannte Kennzeichnung der European Vegetarian Union für vegane und vegetarische Produkte. Bei Getränken mit V-Label wurden keine tierischen Zutaten und keine tierischen Verarbeitungshilfsstoffe wie Hausenblase, Gelatine, Kasein oder Eiklar eingesetzt.
- Muss auf Weinflaschen jetzt die Zutatenliste stehen?
- Seit dem 8. Dezember 2023 müssen Wein-Zutaten und Nährwerte angegeben werden, die Zutatenliste darf aber über einen QR-Code online stehen. Verarbeitungshilfsstoffe wie Hausenblase oder Gelatine tauchen dort nicht zwingend auf. Für vegane Weine bleiben deshalb V-Label und Herstellerangabe der verlässlichste Weg.