Milchsäure (E270) vegan: Säuerungsmittel in Gnocchi, Vagisan und Sauerkraut erklärt

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Du schaust auf die Zutatenliste deiner Gnocchi oder Sauerkrautpackung und siehst "Säuerungsmittel: Milchsäure (E270)" – und fragst dich sofort, ob das aus Kuhmilch gewonnen wurde? Milchsäure (E270) ist trotz ihres irreführenden Namens in der industriellen Lebensmittelherstellung zu mehr als 90 Prozent durch Fermentation von pflanzlichen Rohstoffen entstanden – und ist damit in fast allen Fällen vegan. Wie veganivore.de erklärt, gibt es jedoch Ausnahmen, die du beim Einkaufen kennen solltest.

Milchsäure (E270) entsteht zu mehr als 90 Prozent durch Fermentation von Maisstärke, Kartoffeln oder Melasse mit Lactobacillus-Bakterien und hat keinen Bezug zu tierischer Milch

Der Name "Milchsäure" stammt aus dem Jahr 1780, als der schwedische Chemiker Carl Wilhelm Scheele die Säure erstmals in saurer Kuhmilch entdeckte. Die Chemikalie kommt jedoch überall in der Natur vor und hat nichts mit Tiermilch zu tun. In der modernen Lebensmittelindustrie entsteht E270 durch mikrobielle Fermentation: Spezielle Lactobacillus-Bakterienstämme wandeln Maisstärke, Kartoffelstärke, Zuckerrübenmelasse oder Zuckerrohr in Milchsäure um. Laut nahrhaft-vegan.de ist dieser Fermentationsweg deutlich günstiger und effizienter als jede Gewinnung aus tierischen Quellen, weshalb er heute industrieweiter Standard ist.

Seltener – und vor allem bei älteren Produktionsverfahren – wird Milchzucker (Lactose) aus Molke als Nährmedium für die Bakterien eingesetzt. Dabei ist die Milchsäure selbst trotzdem durch Fermentation entstanden und enthält keine Tierproteine. Für streng vegane Lebensweise gilt: Ohne V-Label oder direkte Herstellerauskunft ist E270 als "wahrscheinlich vegan" einzustufen, nicht als "garantiert vegan". Die EU-Lebensmittelzusatzstoff-Verordnung schreibt keine Kennzeichnungspflicht für die Herkunft von E270 vor – Hersteller müssen also nicht angeben, ob pflanzliche oder lactosebasierte Fermentation genutzt wurde.

In Gnocchi, Sauerkraut und veganen Käsealternativen erkennst du Milchsäure an E270, Säuerungsmittel Milchsäure oder Lactat in der Zutatenliste

Milchsäure ist als Säuerungsmittel, Konservierungsstoff und Geschmacksverstärker in einer Vielzahl von Produkten enthalten. In fermentiertem Gemüse wie Sauerkraut und Kimchi entsteht Milchsäure natürlich – durch Fermentation von Kohlenhydraten im Gemüse selbst ohne tierische Zusatzstoffe. In veganen Käsealternativen sorgt E270 für den charakteristischen säuerlichen Geschmack, wie du auch in unserem Artikel Kann veganer Käse schmelzen nachlesen kannst.

Besonders häufig findest du E270 als Säuerungsmittel in Gnocchi aus dem Kühlregal. Die BILLA Gnocchi vegan beispielsweise enthalten Milchsäure als pH-Regulierer – das Produkt ist explizit vegan zertifiziert, die E270 also pflanzlichen Ursprungs. Gleiches gilt für viele Gnocchi-Produkte bei Spar und Hofer. Auf der Zutatenliste erscheint Milchsäure unter folgenden Bezeichnungen: E270, E 270, Milchsäure, Säuerungsmittel Milchsäure, Lactat, Lactat de sodium (Natriumlactat), Acidulant: lactic acid (englisch) oder Acide lactique (französisch). Wenn auf einer veganen Verpackung E270 steht, ist das kein Warnsignal – in veganen Produkten ist die Herkunft der Milchsäure zwangsläufig tierfreie Fermentation.

In Sauerteigbrot, eingelegtem Gemüse und Instant-Suppen erfüllt Milchsäure dieselbe Funktion: sie reguliert den pH-Wert, verlängert die Haltbarkeit und unterstützt das typische säuerliche Aroma. In Backmischungen und Puderzucker trifft man häufiger auf das eng verwandte E920 L-Cystein, das deutlich problematischer ist – E270 dagegen gilt im Backbereich als sicher vegan.

Vagisan Milchsäure Vaginalzäpfchen enthalten laut Hersteller keine Inhaltsstoffe tierischen Ursprungs und eignen sich für eine vegane Lebensweise

Ein häufig gesuchtes Thema ist, ob Vagisan Milchsäure Zäpfchen vegan sind – denn hier ist die Milchsäure nicht ein Lebensmittelzusatz, sondern der Wirkstoff selbst. Laut der offiziellen Vagisan-FAQ enthält Vagisan Milchsäure keine Inhaltsstoffe tierischen Ursprungs und ist für eine vegane Lebensweise geeignet. Die Vaginalzäpfchen verwenden synthetisch hergestellte oder fermentativ gewonnene Milchsäure ohne tierische Bestandteile.

Das ist eine relevante Information für vegane Frauen, die Vagisan Milchsäure in der Apotheke oder online kaufen: Das Produkt ist tierfreundlich formuliert. In Österreich ist Vagisan Milchsäure in Apotheken und bei Bipa erhältlich, in Deutschland bei dm, Rossmann und in Apotheken, in der Schweiz in Apotheken und Drogerien. Für alle anderen Milchsäure-Apotheken-Produkte gilt: Im Zweifel beim Hersteller direkt nachfragen – die meisten Pharmafirmen geben auf ihrer Website oder per Kundenservice Auskunft über die Vegan-Eignung.

Rechtsdrehende und linksdrehende Milchsäure unterscheiden sich durch die verwendete Bakterienkultur – nicht durch tierischen oder pflanzlichen Ursprung

Auf Verpackungen von fermentiertem Gemüse, veganen Joghurts oder Nahrungsergänzungsmitteln steht manchmal "rechtsdrehende Milchsäure" oder "L(+)-Milchsäure". Laut KATALYSE Institut und Utopia.de ist der Unterschied strukturell, nicht ethisch: Beide Formen entstehen durch Fermentation mit unterschiedlichen Bakterienstämmen. Streptococcus- und Bifidobacterium-Bakterien produzieren vorwiegend rechtsdrehende L(+)-Milchsäure, Lactobacillus bulgaricus hingegen linksdrehende D(-)-Milchsäure. Eine Mischung beider Formen findet sich in Sauerkraut und Kimchi.

Der Vegan-Status beider Formen ist identisch: Beide können aus rein pflanzlichen Rohstoffen durch Fermentation gewonnen werden. Der Hinweis "rechtsdrehend" auf Produkten wie Sauerkraut oder Nahrungsergänzungsmitteln bedeutet ausschließlich eine chemische Eigenschaft – kein Qualitätssiegel für vegane Herstellung, aber auch kein Ausschlusskriterium. Wie Edeka erklärt, enthält herkömmliches Joghurt meist beide Formen – veganes Joghurt kann dieselbe Zusammensetzung haben, wenn entsprechende Bakterienkulturen verwendet werden.

Welche Produkte bei Billa, Spar, dm und Rewe enthalten sicher vegane E270, und wo kaufst du Milchsäure selbst?

Wenn auf einem Produkt das V-Label, die Vegan-Blume oder ein anderes veganes Siegel steht, ist E270 darin garantiert aus pflanzlicher Fermentation. Das gilt für alle veganen Gnocchi bei Billa, Spar, Interspar und Hofer (z.B. BILLA Gnocchi vegan, S-Budget Gnocchi Interspar, Lidl Combino Gnocchi mit Vegan-Hinweis), für vegane Joghurts von Alpro und dm-Eigenmarke bei dm und Bipa sowie für alle Bio-Produkte im Spar Natur*pur, Ja!Natürlich oder Zurück zum Ursprung Sortiment. In Deutschland tragen Alpro-Produkte bei Rewe und Edeka das V-Label, gleiches gilt für die Vemondo-Linie bei Lidl. In der Schweiz sind Migros- und Coop-Eigenmarken mit Vegan-Siegel eine sichere Wahl.

Reine Lebensmittel-E270 zum selbst Fermentieren und Einlegen gibt es im Bio-Fachhandel, bei denns, dm, Bipa und in gut sortierten Reformhäusern. Online führen Händler wie The Kitchen Lab Milchsäure in Lebensmittelqualität, die explizit für den Hausgebrauch gedacht ist.

Weitere tierische E-Nummern, auf die du beim Einkaufen achten solltest: Karmin (E120), Gelatine (E441), Schellack (E904) und Bienenwachs (E901) sind deutlich problematischer als Milchsäure. Fermentierte Lebensmittel die von Natur aus Milchsäure enthalten – wie Sauerkraut und Kimchi – sind in ihrer veganen Form immer mit pflanzlicher E270 hergestellt.

Häufige Fragen