L-Cystein (E920) in Brötchen und Backwaren erkennen: Vegane Bio-Backwaren bei Billa, Spar und Hofer

Zuletzt aktualisiert:

Du greifst morgens zum Brötchen beim Bäcker – und ahnst nicht, dass darin möglicherweise Schweineborsten stecken? Was sich absurd anhört, ist Realität: Der Zusatzstoff E920 (L-Cystein) wird in der Backindustrie als Mehlbehandlungsmittel eingesetzt und kann aus tierischen Quellen stammen. L-Cystein ist eine schwefelhaltige Aminosäure, die als Mehlbehandlungsmittel Teige elastischer macht, die Knetfähigkeit verbessert und das Gashaltevermögen erhöht – laut Zusatzstoffmuseum bleibt Backware dadurch länger locker und voluminös. Für die Industrie bedeutet das vor allem Zeitersparnis bei der Teigverarbeitung. Veganes Brot ohne diesen Zusatzstoff zu finden, ist einfacher als du denkst – wenn du weißt, wo du suchen musst.

L-Cystein (E920) kann aus Schweineborsten, Entenfedern oder durch Fermentation ohne tierische Rohstoffe gewonnen werden

Traditionell wird L-Cystein aus keratinreichen Geweben gewonnen – konkret aus Schweineborsten, Entenfedern oder, bis zum EU-Verbot 2011, sogar Menschenhaaren. Die transgen-Datenbank erklärt: Früher wurde L-Cystein durch saure Hydrolyse von Haaren, Horn oder Federn gewonnen – dieses Verfahren ist nach wie vor verbreitet, besonders außerhalb der Bio-Produktion. Laut Zusatzstoffauskunft wurde die Gewinnung aus Menschenhaaren in der EU 2011 verboten, doch Schweineborsten und Entenfedern bleiben als Quellen weiterhin erlaubt. Moderne Biotechnologie ermöglicht heute die Herstellung durch Fermentation mit Bakterien, bei der gentechnisch veränderte Mikroorganismen Zucker als Ausgangsstoff nutzen – ganz ohne tierische Rohstoffe. Laut Marktanalysen macht fermentativ hergestelltes L-Cystein 2024 bereits einen Marktanteil von rund 69 Prozent aus. Leider ist diese Information für Verbraucher nicht sichtbar: Die Herkunft von E920 muss auf dem Etikett nicht angegeben werden.

In Brötchen, Brot und Backmischungen erkennst du E920 an den Bezeichnungen L-Cystein, Cysteinhydrochlorid oder E 920 auf der Zutatenliste

L-Cystein findet sich vor allem in industriell gefertigten Brötchen und Brot, in Keksen und Gebäck, in Backmischungen sowie in fertigen Teigwaren. Das Tückische: Laut Lebensmittelklarheit muss L-Cystein in vielen Fällen nicht gekennzeichnet werden – bei lose verkauften Brötchen erfährst du die Zutaten in der Regel gar nicht. Wenn E920 deklariert wird, erkennst du es an folgenden Bezeichnungen auf der Zutatenliste: E920 oder E 920, L-Cystein, Cystein, Cysteinhydrochlorid sowie L-Cysteinhydrochlorid. Laut Infranken.de erfährst du selbst dann nicht, ob E920 aus tierischen oder pflanzlichen Quellen stammt – die Herkunft ist nicht kennzeichnungspflichtig. Die sicherste Strategie ist daher: zertifizierte Bioware kaufen oder auf das V-Label achten.

Bio-Backwaren von Ja!Natürlich bei Billa, Natur*pur bei Spar und Zurück zum Ursprung bei Hofer enthalten per EU-Bio-Verordnung kein synthetisches E920

Per EU-Bio-Verordnung ist L-Cystein als synthetischer Zusatzstoff in Bio-Produkten verboten – das gilt für alle zertifizierten Bio-Marken ohne Ausnahme. In Österreich findest du verlässlich E920-freie Backwaren bei Billa und Billa Plus mit der Eigenmarke Ja!Natürlich, bei Spar und Interspar mit Natur*pur Bio, bei Hofer mit Zurück zum Ursprung sowie bei dm und Bipa mit Alnatura und Dennree-Produkten. Handwerkliche Bäckereien, die auf Mehlbehandlungsmittel verzichten und stattdessen auf lange Teigruhe und natürlichen Hefeteig setzen, sind ebenfalls eine verlässliche Wahl. In Deutschland sind REWE Bio und Edeka Bio sowie Alnatura bei dm und Rossmann sichere Anlaufstellen. In der Schweiz gelten Migros Bio und Coop Naturaplan als Standard. Wer zusätzlich auf das V-Label oder die Vegan-Blume achtet, ist doppelt abgesichert – diese Siegel garantieren, dass keine tierischen Inhaltsstoffe, auch keine versteckten, verwendet wurden.

Fermentatives L-Cystein macht 2024 bereits rund 69 Prozent des Marktanteils aus und ist vollständig pflanzlich

Die gute Nachricht ist, dass ein Großteil des heute eingesetzten L-Cysteins bereits nicht mehr aus tierischen Quellen stammt. Unternehmen wie Wacker Chemie produzieren mit der FERMOPURE-Plattform pharmazeutisch reines, veganes L-Cystein durch Fermentation – vollständig pflanzlich und ohne tierische Rohstoffe. Dieser Trend ist für Hersteller attraktiv, da fermentatives L-Cystein kostenstabiler und gleichmäßiger in der Qualität ist. Für dich als Verbraucher ändert das jedoch wenig: Da die Herkunft nicht deklariert werden muss, kannst du am Etikett trotzdem nicht erkennen, ob das verwendete E920 pflanzlich oder tierisch ist. Bio-zertifizierte und V-Label-ausgezeichnete Backwaren bleiben daher die einzige zuverlässige Lösung beim Einkauf.

Welche weiteren versteckten tierischen Zusatzstoffe in Backwaren gibt es und was steckt noch in veganem Brot?

E920 ist nicht der einzige versteckte tierische Zusatzstoff in Lebensmitteln. Karmin (E120) ist ein roter Farbstoff aus Schildläusen, Schellack (E904) wird als Überzug aus Lackschildlaus-Sekret gewonnen, Bienenwachs (E901) überzieht Obst und Süßigkeiten und Gelatine (E441) steckt in Gummibärchen und Joghurts. Auch beim Mehl selbst lohnt ein genauer Blick auf die Verarbeitung. Hefe ist grundsätzlich vegan – beim Brot kommt es jedoch auf die weiteren Zutaten und Zusatzstoffe wie E920 an. Für den täglichen Einkauf in Österreich, Deutschland und der Schweiz sind Bio-Eigenmarken bei Billa, Spar, Hofer, dm und Bipa die bequemste und verlässlichste Option, um L-Cystein konsequent zu meiden.

L-Cystein (E920) ist ein versteckter Zusatzstoff, der dein vermeintlich pflanzliches Brötchen zum tierischen Produkt machen kann. Die fehlende Kennzeichnungspflicht macht es schwer, die Herkunft zu erkennen – doch mit Bio-Backwaren, V-Label-zertifizierten Produkten oder dem Einkauf bei handwerklichen Bäckereien bist du auf der sicheren Seite.

Häufige Fragen

Ist L-Cystein (E920) immer nicht vegan?
Nein, rund 69 Prozent des heute eingesetzten L-Cysteins wird fermentativ aus pflanzlichen Rohstoffen gewonnen. Da die Herkunft jedoch nicht kennzeichnungspflichtig ist, kannst du am Etikett nicht erkennen, ob E920 tierisch oder pflanzlich ist. Bio-Backwaren und V-Label-Produkte sind die sicherste Wahl.
In welchen Lebensmitteln steckt E920?
E920 findet sich vor allem in industriellen Brötchen und Brot, in Keksen, Gebäck, Backmischungen und fertigen Teigwaren. Bei lose verkauften Backwaren vom Bäcker ist keine Kennzeichnung vorgeschrieben, sodass E920 dort oft unsichtbar bleibt.
Wie erkenne ich E920 auf dem Etikett?
Suche nach E920, E 920, L-Cystein, Cystein, Cysteinhydrochlorid oder L-Cysteinhydrochlorid auf der Zutatenliste. Wird das Produkt ohne V-Label oder Bio-Siegel angeboten, kann die Quelle tierisch sein. Bei Bio-Produkten ist E920 per EU-Verordnung verboten.
Wo kaufe ich vegane Backwaren ohne E920 bei Billa, Spar und Hofer in Österreich?
Bei Billa und Billa Plus findest du Ja!Natürlich Bio-Brot und -Brötchen ohne E920. Bei Spar und Interspar steht Natur*pur Bio im Regal. Hofer führt Zurück zum Ursprung Bio-Backwaren, dm und Bipa bieten Alnatura an. Alle zertifizierten Bio-Eigenmarken sind per EU-Bio-Verordnung frei von L-Cystein.
Welche veganen Backwaren ohne E920 gibt es bei Rewe und Edeka in Deutschland?
REWE Bio und Edeka Bio-Eigenmarken sind per EU-Bio-Verordnung frei von E920. Auch Alnatura bei dm und Rossmann sowie Produkte mit V-Label-Zertifizierung bei Kaufland, Aldi und Lidl sind eine verlässliche Option.
Kann L-Cystein aus Menschenhaaren gewonnen werden?
Diese Methode war lange verbreitet, vor allem in asiatischen Ländern. In der EU ist die Gewinnung aus Menschenhaaren seit 2011 verboten. Schweineborsten und Entenfedern bleiben in der konventionellen Produktion jedoch weiterhin erlaubt.
Sind Bio-Brötchen immer frei von E920?
Ja – nach der EU-Bio-Verordnung ist L-Cystein als synthetischer Zusatzstoff in zertifizierten Bio-Produkten verboten. Das gilt für alle offiziell bio-zertifizierten Backwaren, egal ob von Billa, Spar, Hofer, Rewe oder aus dem Bioladen.