Vegane Eiernockerl
Eiernockerl gehören zu den beliebtesten Hausmannskost-Gerichten Wiens. Laut TasteAtlas zählen sie zu den meistgesuchten vegetarischen Gerichten der Wiener Küche - einfach, sättigend und in jeder Besl zuhause. Die gute Nachricht: Die vegane Version schmeckt genauso herzhaft und lässt sich mit zwei geschickten Küchenzutaten wunderbar umsetzen.
Was sind Eiernockerl?
Eiernockerl bestehen aus zwei Komponenten: kleinen, unregelmäßig geformten Mehlnockerl (ähnlich wie Spätzle) und einer cremigen Eiermasse, die nach dem Kochen in der Pfanne angebraten wird. Das Wien.info-Rezeptarchiv der Wiener Küche beschreibt das Gericht als klassisches Einküchengericht, das früher in einfachen Haushalten als preisgünstiges Hauptgericht serviert wurde.
In Österreich kennen viele das Gericht als „Nockerl mit Ei" oder schlicht als Eiernockerl. In der Steiermark gibt es Varianten mit frischer Kresse, in Tirol und Kärnten wird die Nockerln-Grundmasse regional leicht abgewandelt. Gemeinsam ist allen Versionen: wenige Zutaten, kurze Zubereitungszeit, großes Ergebnis.
Die vegane Variante: Zwei Schlüsselzutaten
Für die vegane Eiernockerl-Version braucht es zwei Zutaten, die den Charakter des Gerichts ausmachen:
Kichererbsenmehl übernimmt in der Teigmasse die Binderolle. Es enthält von Natur aus einen hohen Eiweißgehalt und sorgt für die typische cremige Konsistenz beim Anbraten. Die Vegane Gesellschaft Österreich empfiehlt Kichererbsenmehl besonders für herzhafte Gerichte, die sonst auf Ei angewiesen wären.
Kala Namak (schwarzes Himalaya-Salz) bringt den charakteristischen Schwefelgeschmack, der an frische Eier erinnert. Das VGT - Verein gegen Tierfabriken erklärt: Kala Namak enthält natürlich vorkommende Schwefelverbindungen, die dem Geruch und Geschmack von Eiern sehr ähneln. In der veganen Küche hat es sich als essenzielles Gewürz für herzhafte Egg-Alternativen etabliert.
Wer kein Kala Namak zur Hand hat, kann auch normales Salz verwenden - der Geschmack wird dann etwas neutraler, bleibt aber lecker. Und laut PETA.de eignet sich Kichererbsenmehl in Verbindung mit Gewürzen grundsätzlich gut für herzhafte Gerichte als Eiersatz.
Tipps für gelingende vegane Eiernockerl
- Teig nicht zu dünn: Ein zu dünn gerührter Nockerl-Teig führt zu klebrigen, zusammenbackenden Klumpen im Kochwasser. Der Teig sollte zähflüssig-cremig sein.
- Nockerl gut abtropfen: Zu viel Kochwasser in der Pfanne verhindert das Anbraten. Ruhig 1-2 Minuten auf einem Küchenhandtuch ruhen lassen.
- Mittlere Hitze: Zu hohe Temperatur lässt die Kichererbsen-Masse verbrennen, bevor sie stocken kann. Geduld zahlt sich aus.
- Kala Namak dosieren: Sparsam einsetzen - der Geschmack ist intensiv. ½ TL reicht für zwei Portionen.
Alnatura erklärt außerdem, dass Kichererbsenmehl in Kombination mit etwas Wasserdampf besonders gut stockt - wer die Pfanne kurz mit einem Deckel abdeckt, beschleunigt den Garprozess der Ei-Masse.
Variationen und Abwandlungen
Mit Bärlauch: Jetzt im Frühjahr ist Bärlauch-Saison. Einfach eine Handvoll frischen Bärlauch fein hacken und kurz vor dem Servieren unterheben - für ein aromatisches Frühlingsgericht. Mehr Ideen dazu im Artikel Vegane Bärlauch-Spätzle.
Als Käsenockerlvariante: Wer Käsenockerl mag, streut beim Anbraten großzügig veganen Reibekäse dazu. Tipps für die beste Schmelze gibt es im Rezept Vegane Käsespätzle.
Für Salzburg-Fans: Wer süßere Nockerl bevorzugt, findet bei den Veganen Salzburger Nockerl eine luftige Alternative.
Eiernockerl passen wunderbar als herzhaftes Mittagessen oder Abendessen, am besten mit einem frischen grünen Salat dazu. Für weitere Frühlingsgerichte lohnt sich ein Blick auf die Veganen Frühlingsrezepte - von Spargel bis Bärlauch.
Und wer wissen möchte, welche anderen Produkte und Techniken für vegane Ei-Alternativen existieren, findet im Veganer Ei-Ersatz Guide eine umfassende Übersicht.
Rezept
Zutaten
- 200 g Mehl (Weizenmehl Type 700 oder Dinkelmehl)
- 200 ml Wasser
- 1 TL Salz
- 1 EL Olivenöl
- 3 EL Kichererbsenmehl (für die Ei-Masse)
- 150 ml Haferrahm oder Hafermilch (für die Ei-Masse)
- 1/2 TL Kala Namak (für die Ei-Masse)
- 1/2 TL Kurkuma (für die Ei-Masse)
- Pfeffer nach Geschmack
- 1 EL Hefeflocken (für die Ei-Masse)
- 2 EL vegane Butter oder Rapsöl (zum Anbraten)
- 1 Bund Schnittlauch, frisch gehackt
Zubereitung
- Mehl, Wasser, Salz und Öl zu einem glatten, zähflüssigen Teig verrühren. Der Teig soll dickflüssiger sein als Pfannkuchenteig, aber noch gut durch eine Spätzlereibe fließen. 5 Minuten ruhen lassen.
- Gesalzenes Wasser aufkochen und den Teig portionsweise durch eine Spätzlereibe ins Wasser drücken. Die Nockerl sind fertig, sobald sie aufschwimmen (2-3 Minuten). Mit einer Schaumkelle herausheben und gut abtropfen lassen.
- Kichererbsenmehl, Haferrahm, Kala Namak, Kurkuma, Pfeffer und Hefeflocken klumpenfrei zu einer dickflüssigen Masse verrühren.
- Vegane Butter in einer großen Pfanne bei mittlerer Hitze erhitzen und die Nockerl darin 3-4 Minuten goldbraun anbraten.
- Ei-Masse über die Nockerl gießen und bei mittlerer Hitze stocken lassen, dabei gelegentlich wenden. Nach 3-4 Minuten ist die Masse durchgehend fest und cremig.
- Großzügig mit frischem Schnittlauch bestreuen und sofort heiß servieren.