Vegane Nachhaltige Mode: Reduce, Re-use und 10 Tipps für deinen Kleiderschrank
Fast Fashion ist ein globales Problem: Laut Umweltbundesamt fallen in Österreich jährlich mehr als 220.000 Tonnen Textilabfälle an – Tendenz steigend. Nur etwa ein Fünftel davon wird über die Altkleidersammlung getrennt gesammelt, während der überwiegende Teil verbrannt wird.
Jede Person in Österreich kauft durchschnittlich 60 Kleidungsstücke pro Jahr – und rund die Hälfte davon wird noch im selben Jahr weggeworfen. Eine Greenpeace-Umfrage ergab, dass allein in Österreich 72 Millionen Kleidungsstücke vollkommen ungetragen in den Kleiderschränken hängen.
Die gute Nachricht: Du kannst etwas ändern! Hier sind 10 praktische Tipps, wie du deinen Textil-Konsum nachhaltiger gestalten kannst.
1. Weniger kaufen, dafür hochwertig
Der wichtigste Schritt: Überleg dir vor jedem Kauf, ob du das Teil wirklich brauchst. Investiere lieber in zeitlose, qualitativ hochwertige Stücke, die jahrelang halten. Die österreichische Kreislaufwirtschaftsstrategie setzt genau hier an – bei der Reduktion von Überproduktion und Überkonsum.
2. Fair Fashion Labels aus Österreich entdecken
Nachhaltige Mode muss nicht langweilig sein! Diese österreichischen Labels zeigen, wie stylish Fair Fashion sein kann:
- Disaster Clothing – Seit 1991 Pionier für faire Mode in Österreich, produziert hauptsächlich in Europa
- The Slow Label – Zeitlose Basics aus Tencel, Bio-Wolle und Bio-Baumwolle
- Consches – Made in Austria aus nachhaltigen Materialien und Dead Stock-Stoffen
- Valle ō Valle – Wiener Label mit Kimonorahs aus nachhaltigen Materialien
- fabrari – Bedruckte Kleidung aus Naturfasern, genäht in Wien
Laut Statista soll der Anteil nachhaltiger Bekleidung am Umsatz von 4,5% (2022) auf 6,4% im Jahr 2026 steigen.
3. Upcycling-Mode: Einzigartig und nachhaltig
Upcycling verwandelt alte Materialien in neue Schätze. In Wien gibt es eine lebendige Szene – laut GLOBAL 2000 sind das die besten Adressen:
- GABARAGE Upcycling Design (Hütteldorferstraße 46, 1150 Wien) – Taschen aus Aktenordnern und Vasen aus Bowlingpins
- KELLERWERK (Gumpendorferstraße 48, 1060 Wien) – Möbel, Lampen, Accessoires
- FREITAG Flagship Store (Neubaugasse 26, 1070 Wien) – Die legendären Taschen aus LKW-Planen
- KONTIKI (Grundsteingasse 20/1, 1160 Wien) – Taschen aus alten Fahrradschläuchen
- Y5 Vienna (Yppenplatz 5, 1160 Wien) – Showroom für Fair Fashion mit Upcycling-Produkten
4. Kleidertausch: Kostenlos und mit Stil
In Wien gibt es regelmäßig Kleidertausch-Events – völlig kostenlos! Laut meinbezirk.at finden pro Monat zwei Treffen statt:
Wiener Wäsch organisiert regelmäßig Tausch-Events – aktuelle Termine findest du auf wienerwaesch.info. Die nächsten Termine 2026:
- März 2026, 16:00–18:00 Uhr, Wagramer Straße 16, 1220 Wien
- Mai 2026, 13:00–15:00 Uhr, Rennweg 89a, 1030 Wien
Was du mitbringen kannst: Alles, was sauber ist und keine Mängel hat – auch Kosmetik, Schmuck sowie Männer- und Kinderkleidung.
5. Second Hand Shops in Wien
Der Second-Hand-Markt bewegt in Österreich rund zwei Milliarden Euro jährlich. Besonders die junge Generation treibt die Nachfrage an. Empfehlenswerte Vintage-Stores laut warda.at:
- Humana – Institution mit fairem Erlös für Sozialprojekte
- Bootik 54 – Urgestein seit 1998, mit eigener Upcycling-Marke
- Burggasse 24 – Trendige Vintage-Mode im 7. Bezirk
6. Nachhaltige Mode-Shops in Wien
Für neue, aber fair produzierte Mode empfiehlt wien.info:
- Zerum – Mode, die in Österreich nachhaltig produziert wird
- ebenBERG (Neubaugasse) – Angesagte Bio-Designlabels
- Glore Vienna – Ethische Mode mit Labels wie Armed Angels
- Greenground – Bio-Mode und vegane Taschen aus recyceltem Polyester
- GuterStoff – Ökologische, faire und klimaneutrale T-Shirts
7. Vegane Accessoires aus recycelten Materialien
Auch bei Taschen und Accessoires gibt es nachhaltige Alternativen:
- REFISHED – Taschen und Rucksäcke aus bedruckten Zementsäcken
- Feuerwear – Gürtel und Taschen aus recycelten Feuerwehrschläuchen
- bag to life – Börsen aus alten Rettungswesten
8. EU-Regeln für mehr Nachhaltigkeit
Ab 2026 wird das Thema noch wichtiger: Laut Europäischem Parlament treten neue EU-Regeln in Kraft:
- Seit Januar 2025: Textilien müssen getrennt gesammelt werden
- Ab 2026: Vernichtung unverkaufter Kleidung wird in der EU verboten
- Bis 2030: Textilien sollen langlebiger, reparierbarer und wiederverwendbar werden
- Digitaler Produktpass: Detaillierte Infos über Material und Bestandteile jeder Kleidung
9. Reparieren statt Wegwerfen
Bevor du etwas entsorgst: Kann es repariert werden? In Wien gibt es zahlreiche Schneidereien und die Repair Cafés helfen bei kleineren Reparaturen. Die VHS Wien bietet auch Nähkurse an, wo du lernst, Kleidung selbst auszubessern.
10. Fashion Revolution Week nutzen
Jedes Jahr im April findet die Fashion Revolution Week statt – mit Kleidertausch, Workshops zu Upcycling und Minimal Wardrobe, sowie Panel-Diskussionen. Eine tolle Gelegenheit, tiefer ins Thema einzusteigen!
Fazit: Jeder Schritt zählt
Du musst nicht von heute auf morgen deinen kompletten Kleiderschrank umstellen. Fang mit einem kleinen Schritt an – vielleicht beim nächsten Kleidertausch oder mit einem Fair Fashion-Stück. Gemeinsam können wir die 220.000 Tonnen Textilmüll pro Jahr reduzieren!
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