Vegane Butter selbstgemacht

Zuletzt aktualisiert:

Vegane Butter selbst herzustellen ist einfacher als gedacht: Nur ein paar Zutaten, ein Stabmixer und 15 Minuten. Das Ergebnis ist streichfähig, cremig und mild im Geschmack - perfekt fürs Frühstücksbrot, als Basis für Kräuterbutter oder zum Backen.

Was braucht man für vegane Butter?

Der Aufbau ist denkbar einfach: eine Fettbasis die bei Kühlschranktemperatur fest wird, ein flüssiges Öl für Geschmack und Textur, eine kleine Menge Pflanzenmilch für Cremigkeit und Emulgierung, Salz für den Geschmack.

Kokosöl als Basis: Geruchsneutrales (desodorisiertes) Kokosöl verhält sich ähnlich wie echte Butter: fest im Kühlschrank, weich bei Zimmertemperatur, flüssig bei Wärme. Normales Kokosöl mit Kokosaroma funktioniert ebenfalls, gibt der Butter aber einen deutlichen Kokosgeschmack - für manche ein Feature, für andere nicht.

Lein- oder Rapsöl für Nährstoffe: Kalt gepresstes Leinöl ist reich an Omega-3-Fettsäuren (Alpha-Linolensäure) und hat einen milden, leicht nussigen Geschmack. Rapsöl ist eine günstigere Alternative mit ähnlichem Fettsäureprofil. Beide eignen sich gut.

Kurkuma für die Farbe: Echte Butter ist gelb durch das Karotin aus dem Gras der Kühe. Vegane Butter bekommt ihre goldgelbe Farbe durch eine kleine Prise Kurkuma - geringe Menge, kein Eigengeschmack.

Apfelessig für den Geschmack: Ein halber Teelöffel Apfelessig gibt der veganen Butter die leicht säuerliche Note, die echte Butter durch Milchsäure hat. Kein Muss, aber ein kleiner Unterschied.

Wie wird vegane Butter streichfähig?

Die Streichfähigkeit ist die größte Herausforderung: Zu kalt und sie ist zu hart, zu warm und sie ist flüssig.

Der Trick liegt im Mischungsverhältnis von festem und flüssigem Öl. Mit dieser Rezeptmenge (etwa 50/50 Kokosöl zu flüssigem Öl) wird die Butter im Kühlschrank streichfähig - nicht hart wie Kakaobutter, aber fest genug um nicht wegzulaufen.

Wenn sie zu hart wird: Das Verhältnis Leinöl zu Kokosöl in Richtung mehr flüssiges Öl verschieben (z.B. 120ml Leinöl auf 80g Kokosöl). Wenn sie nicht fest genug wird: mehr Kokosöl.

Die Temperatur im Kühlschrank spielt auch eine Rolle. Bei 4-6°C (normaler Kühlschrank) ist die Konsistenz gut. Im Sommer wenn der Kühlschrank wärmer eingestellt ist, kann sie etwas weicher werden.

Wie lange hält vegane Butter?

Im Kühlschrank in einem sauberen, luftdicht verschlossenen Glasgefäß: 2-3 Wochen. Pflanzliche Öle können ranzig werden, daher nicht zu lange aufbewahren und immer auf Geruch prüfen.

Immer mit einem sauberen Messer oder Löffel entnehmen. Krümel oder Brotbelag im Glas beschleunigen das Verderben.

Einfrieren ist möglich: Butter in Portionen (Eiswürfelbehälter, Backpapierröllchen) einfrieren und bei Bedarf auftauen. Eingefroren hält sie mehrere Monate.

Vegane Kräuterbutter - Variationen

Die Grundbutter ist die Basis für viele Variationen:

Kräuterbutter: Frische Kräuter fein hacken (Petersilie, Schnittlauch, Basilikum oder Bärlauch) und unter die leicht erwärmte, noch weiche Butter rühren. Kühl stellen. Passt zu frischem Baguette und als Beilage zu Grillgemüse.

Knoblauchbutter: 1-2 Knoblauchzehen fein pressen und unter die weiche Butter rühren. Mit Petersilie und etwas Zitronenabrieb - klassisch und vielseitig.

Trüffelbutter (vegan): Wenige Tropfen Trüffelöl unterrühren. Kleine Menge genügt - Trüffelöl ist intensiv.

Süße Zimtbutter: Ahornsirup und Zimt unter die Butter rühren für eine süße Frühstücksvariante. Auf frischem Toast oder Pancakes.

Wofür eignet sich selbstgemachte vegane Butter?

Aufstreichen: Das offensichtlichste - auf Brot, Brötchen und Toast. Direkt aus dem Kühlschrank ist sie streichfähig.

Backen: Für Kekse, Kuchen und Teige eignet sie sich gut als Butterersatz im Verhältnis 1:1. Das Kokosöl gibt dem Teig eine schöne Textur.

Als Finish: Ein kleines Stück in heiße Pasta oder Risotto rühren, auf heißes Gemüse geben - die Butter schmilzt und gibt Cremigkeit.

Nicht ideal zum Braten bei hoher Hitze: Das Kokosöl hat einen vergleichsweise niedrigen Rauchpunkt. Für scharfes Anbraten lieber reines Kokos- oder Rapsöl verwenden.

Mehr vegane Frühstücksideen im veganen Frühstück herzhaft Guide. Vegane Palatschinken passen perfekt zur Kräuterbutter-Variante: Baerlauch-Spinat-Palatschinken.

Rezepte als Stories entdecken

Rezept

Zubereitungszeit
10 Min
Gesamtzeit
10 Min
Portionen
ca. 200g

Zutaten

  • 100g Kokosöl (geruchsneutral/desodorisiert)
  • 80ml Leinöl oder Rapsöl, kalt gepresst
  • 2 EL ungesüßte Sojamilch oder Hafermilch
  • 1/2 TL Meersalz
  • 1/4 TL Kurkuma (für die goldene Farbe)
  • 1/2 TL Apfelessig (für den leicht säuerlichen Buttergeschmack)

Zubereitung

  1. Kokosöl bei Zimmertemperatur oder kurz im Wasserbad leicht schmelzen bis es flüssig aber nicht heiß ist. Es sollte handwarm sein, nicht über 40°C.
  2. Alle Zutaten in einen hohen Mixbehälter geben: flüssiges Kokosöl, Leinöl, Pflanzenmilch, Salz, Kurkuma und Apfelessig.
  3. Mit einem Stabmixer 1-2 Minuten cremig und homogen aufschlagen bis eine gleichmäßige, leicht gelbliche Masse entsteht.
  4. In ein sauberes, luftdicht verschließbares Glasgefäß (ca. 250 ml Volumen) füllen. Nicht den Deckel auflegen - zunächst offen lassen.
  5. 1-2 Stunden im Kühlschrank fest werden lassen. Nach dem Festwerden Deckel schließen. Die Butter ist sofort streichfähig wenn sie direkt aus dem Kühlschrank kommt.

Häufige Fragen

Wie macht man vegane Butter selbst?
Vegane Butter besteht aus geruchsneutralem Kokosöl, einem flüssigen Pflanzenöl (Lein- oder Rapsöl), etwas Pflanzenmilch, Salz und Kurkuma für die Farbe. Alle Zutaten werden mit dem Stabmixer homogen aufgeschlagen und dann im Kühlschrank fest. Das Ergebnis ist streichfähig und hat einen milden, buttrigen Geschmack.
Wie lange hält selbstgemachte vegane Butter?
Im Kühlschrank hält die selbstgemachte vegane Butter 2-3 Wochen, wenn sie in einem sauberen, luftdichten Glasgefäß aufbewahrt wird. Immer mit einem sauberen Löffel oder Messer entnehmen - keine feuchten Hände in das Glas. Die Butter kann auch portionsweise eingefroren werden.
Welches Öl eignet sich am besten für vegane Butter?
Geruchsneutrales (desodorisiertes) Kokosöl ist die Basis - es sorgt für die feste, streichfähige Konsistenz. Als flüssiges Öl ist kalt gepresstes Leinöl ideal wegen seiner Omega-3-Fettsäuren und seinem milden Geschmack. Rapsöl ist eine günstigere Alternative mit ähnlichem Fettsäureprofil.
Kann ich vegane Butter zum Backen verwenden?
Ja, die selbstgemachte vegane Butter eignet sich gut zum Backen. Für Kuchenteige und Kekse kann sie 1:1 statt herkömmlicher Butter verwendet werden. Beim Braten in der Pfanne aufpassen: Das Kokosöl hat einen niedrigeren Rauchpunkt als Butter - lieber bei mittlerer Hitze arbeiten oder besser ein reines Bratöl verwenden.
Warum ist Kokosöl die Basis für vegane Butter?
Kokosöl ist bei Raumtemperatur fest und bei wärmeren Temperaturen weich oder flüssig - genau wie echte Butter. Diese Eigenschaft macht es zum idealen Träger für streichfähige vegane Butter. Wichtig: unbedingt geruchsneutrales (desodorisiertes) Kokosöl verwenden, damit die Butter keinen Kokosgeschmack bekommt.
Was kann ich statt Sojamilch in der veganen Butter verwenden?
Jede ungesüßte Pflanzenmilch funktioniert: Hafermilch, Mandelmilch, Reismilch oder Cashewmilch. Die Pflanzenmilch sorgt für eine cremigere Textur und bindet die Öle. Wer keine Pflanzenmilch verwenden möchte, kann auch etwas Wasser nehmen - die Textur ist dann etwas weniger cremig, aber das Ergebnis ist trotzdem gut.