Putzmittel selber machen: einfach, günstig und Zero Waste

Zuletzt aktualisiert:

Wer einmal anfängt, Putzmittel selbst herzustellen, hört meist nicht mehr auf. Mit fünf einfachen Zutaten aus der Drogerie ersetzt du fast alle Fertigreiniger - für wenige Cent pro Anwendung, ohne Einwegplastik und ohne unnötige Chemikalien. Hier sind acht bewährte Rezepte, die wirklich funktionieren.

Warum lohnt es sich, Putzmittel selbst zu machen?

Laut dem Plastik-Check von Greenpeace Österreich fallen pro Haushalt durchschnittlich 50 Plastikverpackungen pro Woche an - ein erheblicher Anteil davon sind Reinigungs- und Pflegemittelflaschen. Erschreckend: 82% dieses Plastikmülls landen nicht im Recycling, sondern in der Verbrennung.

Selbstgemachte Putzmittel lösen dieses Problem elegant: Du befüllst alte Sprühflaschen und Schraubgläser immer wieder, kaufst Grundzutaten in großen Mengen und sparst dabei 50-70% gegenüber Fertigprodukten. Laut dem Umweltbundesamt sind Verpackungsabfälle eine der größten Müllkategorien in privaten Haushalten - und genau hier setzt das Selbermachen an.

Dazu kommen gesundheitliche Vorteile: Du weißt genau, was in deinen Reinigern steckt - keine fragwürdigen Duftstoffe, keine Mikroplastik-Partikel, keine Substanzen, die in Gewässer gelangen.

Welche 5 Grundzutaten brauchst du?

Mit diesen fünf Zutaten bestreitest du 90% aller Reinigungsaufgaben im Haushalt:

Zutat Wirkung Einsatz
Natron Neutralisiert Gerüche, mild schleifend Scheuerpulver, Kühlschrank, Rohre
Waschsoda Entfettet, entkalkt, erweicht Wasser Spülmaschine, Wäsche, Backofen
Zitronensäure Löst Kalk, leicht antibakteriell Bad, Wasserkocher, Kaffeemaschine
Haushaltsessig (5-10%) Entfettet, antibakteriell, entkalkt Allzweckreiniger, Böden, Spiegel
Ätherische Öle Antibakteriell, Duft Alle Reiniger als optionaler Zusatz

Alle Zutaten bekommst du günstig in der Drogerie, bei dm, Bipa oder in Bioläden. Kaufe sie in großen Mengen (z.B. 1-kg-Päckchen Natron oder 5-Liter-Kanister Essig) - das spart nochmals Verpackung und Geld.

Wie machst du einen Allzweckreiniger?

Der einfachste Einstieg: Ein Allzweckreiniger aus Essig und Wasser reinigt Küchenflächen, Herd, Waschbecken und vieles mehr.

Zutaten:

Essig und Wasser in eine leere Sprühflasche füllen, Öle dazugeben und schütteln. Fertig. Laut ÖKO-TEST ist die Reinigungswirkung dieser einfachen Mischung bei normalen Küchenflecken mit vielen Fertigprodukten vergleichbar.

Wichtig: Nicht auf Marmor, Naturstein oder lackierten Böden verwenden - die Essigsäure kann diese angreifen.

Wie stellst du Geschirrspülmittel für die Spülmaschine her?

Zutaten:

Alle Zutaten gut vermischen und in ein Schraubglas oder Bügelglas füllen. Pro Maschinenladung 1-2 gehäufte Teelöffel verwenden. Das Rezept funktioniert am besten bei mittelharten Wassergebieten. Bei sehr hartem Wasser (typisch in Wien und Ostösterreich) etwas mehr Zitronensäure verwenden. Als Klarspüler eignet sich weißer Essig im Klarspülerfach.

Wie funktioniert ein selbstgemachter Klarspüler?

Zutaten:

Das heiße Wasser mit der Zitronensäure in eine leere Flasche geben. Nach dem Abkühlen den Alkohol hinzufügen. Wie gewohnt ins Klarspülerfach einfüllen. Dieses Rezept glänzt: Die Gläser kommen wirklich klar aus der Maschine, ohne Schlieren.

Wie macht man einen kraftvollen Kalk- und Fettlöser?

Der Zitrusreiniger ist einer der nützlichsten DIY-Reiniger - er riecht herrlich und löst Kalk und Fett im Bad besonders gut.

Zutaten:

Zitrusschalen dicht in das Glas füllen. Mit Essig aufgießen, bis alle Schalen bedeckt sind. 2-3 Wochen stehen lassen - bei Bedarf Essig nachgießen, damit die Schalen nicht schimmeln. Fertig ist er, wenn der Essig sich orangefarben verfärbt und nach Zitrus riecht. Durch ein Sieb in eine Sprühflasche füllen, einen Schuss Spülmittel dazugeben. Besonders gut: auf Armaturen, Duschkabinen und Waschbecken.

Wie stellst du ein mildes Scheuerpulver her?

Für hartnäckige Verschmutzungen, die flüssige Reiniger nicht schaffen:

Zutaten:

Kreide, Soda und Seifenflocken gut vermischen, dann das Öl unterrühren. In ein Schraubglas füllen und gut verschließen. Haltbarkeit: bis zu 8 Monate. Das Pulver ist sehr mild und reinigt ohne Kratzer - ideal für Waschbecken, Badewannen und Herdplatten aus Emaille.

Wie funktioniert ein DIY-Glasreiniger?

Fenster und Spiegel ohne Schlieren zu putzen gelingt mit diesem einfachen Rezept:

Zutaten:

Alle Zutaten in eine Sprühflasche geben. Auf Glas sprühen und mit einem Mikrofasertuch oder einem zerknüllten Zeitungspapier kreisförmig abwischen. Das Zeitungspapier funktioniert überraschend gut und hinterlässt keine Fusseln.

Was musst du beim Selbermachen beachten?

Der BUND Naturschutz empfiehlt einige Sicherheitshinweise:

Selbstgemachte Reiniger sind keine Desinfektionsmittel im medizinischen Sinne. Für hygienisch kritische Bereiche (z.B. nach dem Kontakt mit rohem Fleisch) können gezielte Spezialprodukte sinnvoll sein.

Wie bewahrst du die Zutaten optimal auf?

Trockene Zutaten wie Natron, Waschsoda und Zitronensäure in luftdicht verschlossenen Gläsern kühl und trocken lagern - so halten sie sich Jahre. Fertige flüssige Reiniger (besonders solche ohne Konservierungsstoffe) solltest du innerhalb von 2-4 Wochen verbrauchen und bei Bedarf frisch ansetzten.

Praktisch: Behalte leere Spray- und Pumpenflaschen und befülle sie immer wieder. So fällt nach der Umstellung kaum noch Putzmittel-Plastik an.

Weitere nachhaltige Tipps fürs Zuhause

Wer weniger Plastik beim Reinigen möchte, findet in unserem Guide zum plastikfreien Putzen noch mehr Ideen - von Mikrofasertüchern bis zu wiederverwendbaren Schwämmen. Für den gesamten Haushalt lohnt sich auch ein Blick auf plastikfreies Einkaufen und das plastikfreie Bad.


Quellen:

Häufige Fragen

Was brauche ich zum Putzmittel selber machen?
Du brauchst nur 5 Grundzutaten: Natron, Waschsoda, Zitronensäure, weißen Haushaltsessig und optional ätherische Öle. Alle Zutaten bekommst du günstig in der Drogerie oder im Bioladen. Mit diesen fünf Zutaten lassen sich fast alle klassischen Reiniger ersetzen - vom Allzweckreiniger bis zum Geschirrspülmittel für die Spülmaschine.
Funktionieren selbstgemachte Putzmittel wirklich?
Ja, bei normalen Alltagsverschmutzungen ist die Reinigungswirkung von Hausmitteln wie Essig, Natron und Zitronensäure vergleichbar mit kommerziellen Produkten, wie ÖKO-TEST bestätigt. Essig wirkt entfettend und antibakteriell, Zitronensäure löst Kalk effektiv, und Natron fungiert als mildes Schleifmittel und Geruchsneutralisierer.
Wie viel spare ich, wenn ich Putzmittel selbst mache?
Im Schnitt sparst du 50-70% der Kosten gegenüber Fertigprodukten. Ein Liter Allzweckreiniger aus Essig und Wasser kostet wenige Cent, während vergleichbare Fertigprodukte 2-4 Euro kosten. Dazu entfallen Kosten für Einwegverpackungen, die sich über ein Jahr erheblich summieren.
Welche 5 Grundzutaten brauchst du für DIY-Putzmittel?
Die fünf Schlüsselzutaten sind: 1) Natron - neutralisiert Gerüche und scheuert mild, 2) Waschsoda - entfernt Fett und Kalk, 3) Zitronensäure - löst Kalkablagerungen, 4) Weißer Haushaltsessig - entfettet und desinfiziert leicht, 5) Ätherische Öle wie Teebaumöl oder Zitrone - wirken antibakteriell und geben einen angenehmen Duft.
Kann ich Essig und Natron zusammen verwenden?
Ja - aber nicht gleichzeitig im selben Reiniger! Die Kombination von Essig (Säure) und Natron (Base) neutralisiert sich gegenseitig und ergibt nur CO2 und Wasser, also keine Reinigungswirkung mehr. Verwende sie nacheinander: erst Essig zum Einweichen, dann Natron zum Abschrubben. Oder bereite getrennte Reinigungsmittel damit zu.
Wie lange sind selbstgemachte Putzmittel haltbar?
Trockene Mischungen wie Scheuerpulver oder Geschirrspültabs halten in einem luftdicht verschlossenen Glas bis zu 6-12 Monate. Flüssige Mischungen ohne Konservierungsmittel solltest du innerhalb von 2-4 Wochen aufbrauchen. Den Zitrusreiniger (Essig mit Zitrusschalen) lässt man 2-3 Wochen ziehen und verwendet ihn dann innerhalb von 3 Monaten.
Für welche Oberflächen ist Essig-Reiniger nicht geeignet?
Essig solltest du nicht auf Marmor, Kalkstein, naturbelassenem Holz oder empfindlichen Steinoberflächen verwenden - die Säure kann diese angreifen. Auch auf lackierten Böden und Holzparkett ist Vorsicht geboten. Für diese Oberflächen eignet sich ein mildes Natron-Wasser-Gemisch oder einfach warmes Wasser mit etwas Kernseife.
Warum sind Fertig-Reinigungsmittel problematisch für die Umwelt?
Fertigreiniger kommen meist in Einwegplastikflaschen - laut Greenpeace Österreich fallen pro Haushalt durchschnittlich 50 Plastikverpackungen pro Woche an, und 82% davon landen in der Verbrennung statt im Recycling. Dazu enthalten viele Reiniger chemische Verbindungen, die in Gewässern schwer abbaubar sind und aquatische Ökosysteme belasten.