Veganes plastikfreies Bad: 8 nachhaltige Tipps für 2026
Das Badezimmer ist nach der Küche der zweitgrößte Plastikverbraucher im Haushalt. Shampooflaschen, Zahnpastatuben, Einwegrasierer - die Liste ist lang. Doch mit einfachen Umstellungen kannst du deinen Plastikmüll drastisch reduzieren. Hier sind 8 praktische Tipps für dein veganes Zero-Waste-Bad.
1. EU-Verbot: Mikroplastik in Kosmetik wird Geschichte
Gute Nachrichten: Die EU-Verordnung 2023/2055 verbietet seit Oktober 2023 schrittweise Mikroplastik in Kosmetik. Laut dem Bundesumweltministerium gelten bereits Verbote für Glitter und Mikroperlen in Peelings.
Zeitplan der EU:
- 2023: Loser Glitter und Mikroperlen verboten
- 2027: Abspülbare Kosmetik (Shampoos, Duschgels)
- 2029: Leave-On Kosmetik (Cremes, Lotionen)
- 2035: Lippenstifte, Make-up, Nagellacke
Studien zeigen, dass Mikroplastik aus Kosmetik die Hautbarriere durchdringen und oxidativen Stress sowie Entzündungen auslösen kann. Bis zum vollständigen Verbot lohnt sich ein Blick auf die Inhaltsstoffe: Vermeide Begriffe wie Polyethylen (PE), Polypropylen (PP) oder Acrylate Copolymer.
2. Feste Seife und Shampoo Bars
Flüssigseife in Plastikspendern? Komplett überflüssig! Laut ÖKO-TEST sind mehr als drei Viertel aller getesteten festen Shampoos empfehlenswert. Der Vorteil laut Stiftung Warentest: Ein festes Shampoo ersetzt zwei Shampooflaschen - bei geringerem Transportgewicht und ohne Plastikverpackung.
Vegane Optionen in österreichischen Drogerien:
- dm: alverde Naturkosmetik feste Shampoos
- BIPA: bi good feste Seifen
- Müller: Eigenmarken und diverse Naturkosmetikmarken
Tipp: Feste Seifen und Shampoos enthalten kein Wasser und brauchen daher keine Konservierungsmittel - perfekt für empfindliche Haut.
3. Bambuszahnbürsten: Nachhaltig, aber richtig entsorgen
Bambuszahnbürsten sind eine beliebte Alternative zu Plastik. Laut einer Studie im British Dental Journal schneiden sie in der Ökobilanz gut ab - besonders weil Bambus schnell nachwächst und biologisch abbaubar ist.
Wichtig zu wissen:
- Die Borsten sind meist aus Nylon (vor Kompostierung entfernen)
- hydrophil bietet Bambuszahnbürsten mit veganen Borsten
- Alternative: Zahnbürsten mit Wechselköpfen reduzieren Müll noch effektiver
Mehr zu Bambus-Zahnbürsten von hydrophil findest du in unserem ausführlichen Test.
4. Wiederverwendbare Abschminkpads
Einweg-Wattepads verursachen enormen Müll. Waschbare Abschminkpads aus Bio-Baumwolle oder Bambusfaser sind eine nachhaltige Alternative, die du einfach mit der normalen Wäsche waschen kannst.
DIY-Tipp: Aus alten Handtüchern oder Flanellstoffen lassen sich Abschminkpads einfach selbst nähen oder häkeln. Anleitungen findest du in unserem Guide Kosmetik aus der Küche.
5. Vegane Menstruationsprodukte
Tampons und Binden produzieren jährlich tausende Tonnen Müll. Laut ÖKO-TEST erhielten 16 von 20 getesteten Menstruationstassen ein "sehr gut" - darunter vegane Marken wie Einhorn, OrganiCup und die günstigen Drogerie-Eigenmarken von Müller (Duchesse) und Rossmann (Facelle).
Vegane Alternativen:
- Menstruationstassen aus medizinischem Silikon
- Waschbare Stoffbinden und Slipeinlagen
- Periodenunterwäsche
Wichtig: Achte auf vegane Zertifizierung - manche Produkte werden an Tieren getestet.
6. Natürliche Körperpflege mit Ölen
Bodylotion in Plastikflaschen? Unnötig! Hochwertige Pflanzenöle sind eine minimalistische, plastikfreie Alternative:
- Normale Haut: Jojobaöl, Mandelöl
- Trockene Haut: Olivenöl, Arganöl, Sheabutter
- Fettige Haut: Traubenkernöl
Bio-Sheabutter gibt es mittlerweile auch in plastikfreier Verpackung (Glas oder Papier). Mehr vegane Hautpflege-Tipps findest du in unserem Artikel 5 Tipps für natürlich schöne Haut.
7. Wattestäbchen mit Papierstäbchen
Ein einfacher Tausch mit großer Wirkung: Wattestäbchen mit Plastikstäbchen sind in der EU seit 2021 verboten. Achte beim Kauf auf:
- 100% Bio-Baumwolle
- FSC-zertifizierte Papierstäbchen
- Kartonverpackung statt Plastik
In dm, BIPA und Müller findest du zahlreiche plastikfreie Optionen.
8. DIY Deo ohne Aluminium
Selbstgemachte Deos sind nicht nur plastikfrei, sondern auch frei von bedenklichen Inhaltsstoffen. Ein einfaches Rezept:
Zutaten:
- 3 EL Kokosöl (vegane Bio-Qualität)
- 2 EL Natron
- 2 EL Speisestärke
- Optional: 5-10 Tropfen ätherisches Öl
Alles vermischen und in ein Glastiegel füllen. Hält mehrere Monate und ist günstiger als gekaufte Alternativen.
Wer nicht selbst rühren möchte: Vegane Deocremes in Glastiegeln gibt es mittlerweile auch in Drogerien und Unverpackt-Läden.
Fazit: Schritt für Schritt zum plastikfreien Bad
Du musst nicht alles auf einmal umstellen. Der beste Ansatz: Wenn ein Produkt leer ist, ersetze es durch eine plastikfreie Alternative. So vermeidest du Verschwendung und gewöhnst dich langsam an die neuen Produkte.
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