Vegane Brennnessel: Das heimische Superfood mit beeindruckenden Nährwerten

22.2.2026

Die Brennnessel (Urtica dioica) gehört zu den am meisten unterschätzten Pflanzen überhaupt. Was viele als lästiges Unkraut betrachten, ist tatsächlich eines der nährstoffreichsten heimischen Wildkräuter mit einer langen Geschichte als Heil- und Nahrungspflanze.

Nährstoffbombe aus dem eigenen Garten

Die Brennnessel übertrifft viele kultivierte Gemüsesorten bei weitem. Laut dem Bundeszentrum für Ernährung liefern 100 Gramm frische Brennnesselblätter beeindruckende Werte:

Ein besonderes Highlight sind die Brennnesselsamen: Mit rund 31 Gramm Protein pro 100 Gramm sind sie eine der besten pflanzlichen Eiweißquellen überhaupt (Rheumaliga Schweiz).

Wissenschaftlich erforschte Eigenschaften

Die Forschung zu Urtica dioica hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Eine umfassende Übersichtsarbeit im Journal of Functional Foods (2022) fasst den aktuellen Wissensstand zusammen:

Antioxidative Wirkung: Die enthaltenen Polyphenole und Flavonoide zeigen starke antioxidative Eigenschaften. Studien deuten darauf hin, dass Brennnesselextrakte den Antioxidantien-Spiegel im Blut erhöhen können (PMC Review 2022).

Entzündungshemmende Substanzen: Brennnesseln enthalten natürliche COX- und LOX-Hemmer sowie Stoffe, die entzündungsfördernde Zytokine wie TNF-α hemmen. Diese Mechanismen werden bei rheumatischen Beschwerden erforscht (Healthline).

Blutzucker-Unterstützung: Eine klinische Studie zeigte, dass die Einnahme von 500 mg Brennnesselblatt-Extrakt alle 8 Stunden über drei Monate die glykämische Kontrolle bei Typ-2-Diabetikern unterstützen kann – natürlich ergänzend zur ärztlichen Behandlung (PubMed).

Aktuelle Forschung (2025): Eine neue Übersichtsarbeit zu den Wurzeln der Brennnessel zeigt, dass das Protein UDA (Urtica dioica Agglutinin) antivirale Aktivität gegen verschiedene Viren aufweist (PMC January 2025).

So nutzt du Brennnesseln in der Küche

Der brennende Effekt, der durch Ameisensäure in den feinen Härchen entsteht, lässt sich leicht neutralisieren:

Blanchieren: Kurz in kochendes Wasser tauchen – die sicherste Methode. Bitte nicht zu lange kochen, damit die Nährstoffe erhalten bleiben.

Im Smoothie: Die Benetzung durch Flüssigkeit reicht aus, um die Brennhaare unschädlich zu machen.

Im Salat: Mit Dressing beträufeln oder die Blätter in ein Küchentuch wickeln und mit dem Nudelholz überrollen.

Rezeptideen

Brennnesseln lassen sich wie Spinat verwenden – nur mit noch mehr Nährstoffen:

Tipps zum Sammeln

Wann: Von März bis Oktober, am besten die jungen Triebspitzen im Frühjahr.

Wo: An Waldrändern, in Gärten, auf nährstoffreichen Böden – aber nicht an stark befahrenen Straßen.

Wie: Mit Handschuhen pflücken und die oberen, zarten Blätter bevorzugen. Je älter die Blätter, desto faseriger werden sie.

Aufbewahrung: Frisch verwenden oder trocknen für Tee. Die getrockneten Blätter verlieren den Brenneffekt vollständig.

Brennnesseltee selbst machen

Ein klassischer Brennnesseltee ist einfach zubereitet:

  1. 2 EL frische oder 1 EL getrocknete Brennnesselblätter
  2. Mit 250 ml kochendem Wasser übergießen
  3. 5-10 Minuten ziehen lassen
  4. Abseihen und genießen

Der Tee wird traditionell zur Unterstützung der Entwässerung getrunken und kann bis zu dreimal täglich genossen werden.

Fazit

Die Brennnessel ist ein echtes heimisches Superfood, das direkt vor unserer Haustür wächst. Mit ihrem hohen Proteingehalt, reichlich Eisen und zahlreichen Vitaminen ist sie eine wertvolle Ergänzung der veganen Ernährung. Wer einmal über den anfänglichen Respekt vor den Brennhaaren hinweggekommen ist, entdeckt ein vielseitiges Wildgemüse mit beeindruckendem Nährwertprofil.

Siehe auch: Heimische Superfoods: Giersch | Heimische Superfoods: Spinat