Vegane Kartoffelknödel: Halb und halb, Kräuterfüllung und kaufen bei Rewe und Billa

Zuletzt aktualisiert:

Die veganen Kartoffelknödel sind ein Klassiker der österreichischen und bayerischen Küche – und in der pflanzlichen Variante mindestens genauso befriedigend wie das Original. Das Geheimnis liegt in der halb-und-halb-Methode: gekochte und roh geriebene Kartoffeln kombiniert, damit die Knödel beim Kochen zusammenhalten und innen schön weich bleiben. Mehlige Kartoffeln bekommst du in Österreich bei Billa, Spar und Hofer ganzjährig, in Deutschland bei Rewe, Edeka und Kaufland.

Mehlige Kartoffeln kräftig ausdrücken und das Kochwasser sanft simmern lassen sind die zwei entscheidenden Schritte

Die Wahl der Kartoffelsorte macht den größten Unterschied: Mehlige Sorten wie Agria, Ditta oder Bintje haben einen höheren Stärkegehalt und geben den Knödeln ihre bindende Textur. Die halb-und-halb-Methode – eine Hälfte gekocht und gepresst, die andere roh gerieben und kräftig ausgedrückt – ist der klassische Weg, um gleichzeitig Bindung und Luftigkeit zu erzielen. Das Ausdrücken der rohen Kartoffeln ist dabei nicht optional: Zu viel Feuchtigkeit lässt den Teig klebrig werden und die Knödel beim Garen zerfallen. Die abgesetzte Stärke aus der Ausdrückflüssigkeit gibst du einfach wieder zum Teig – das verstärkt die Bindung zusätzlich.

Das zweite entscheidende Element ist die Temperatur beim Garen. Das Wasser darf nach dem Einlegen der Knödel niemals sprudelnd kochen – nur leicht simmern mit kleinen Bläschen am Topfboden. Starkes Kochen reißt die Knödel auf. Du erkennst, dass sie gar sind, wenn sie langsam an die Oberfläche steigen: dann noch 2–3 Minuten warten und herausheben. Ohne Kartoffelmehl (also nur mit Kartoffelstärke) funktioniert das Rezept ebenso gut, da die Stärke aus den Kartoffeln selbst für ausreichend Bindung sorgt.

Welche Beilagen, Variationen und wo vegane Kartoffelknödel kaufen?

Die Kräuterbrotfüllung mit Petersilie und Thymian ist der klassische Ansatz, aber die Möglichkeiten sind vielfältig. Geröstete Pilze – Champignons oder Steinpilze, kurz scharf angebraten – ergeben eine herzhafte Füllung, die besonders gut zu einem veganen Pilzgulasch passt. Karamellisierte Zwiebeln mit etwas Majoran und Salbei bringen eine süßlich-würzige Note, die zu Rotkraut hervorragend harmoniert. Für eine glutenfreie Variante ersetzt du das Weißbrot einfach durch glutenfreies Brot von Schär, das du bei Billa, Spar und dm findest – die Kartoffelstärke selbst ist von Natur aus glutenfrei.

Reste lassen sich wunderbar weiterverarbeiten: Am nächsten Tag in Scheiben schneiden und in veganer Butter (Alsan oder Naturli, erhältlich bei Billa, Spar und Rewe) goldbraun braten. So entstehen knusprige Knödelscheiben, die sowohl als herzhaftes Frühstück als auch als schnelle Beilage funktionieren. Wer die Knödel auf Vorrat machen möchte, kann sie nach dem Garen einfrieren und direkt aus dem Tiefkühlzustand in siedendem Wasser regenerieren.

Als Beilagen passen vegane Bratensauce, cremige Pilzrahmsauce, Sauerkraut oder geschmortes Herbstgemüse. Das klassische österreichische Festessen ist die Kombination mit veganem Rotkraut und Knödeln – perfekt für Weihnachten oder einen Sonntagsbraten im Herbst.

Mehr vegane Knödel- und Kartoffelrezepte: Veganes Pilz-Stroganoff · Kartoffelknödel mit Rotkraut · Semmelknödel mit Pilzrahmsauce · Vegane Knödel Guide · Vegane Kartoffelrezepte Guide

Rezepte als Stories entdecken

Rezept

Zubereitungszeit
30 Min
Kochzeit
45 Min
Gesamtzeit
1 Std 15 Min
Portionen
4 Portionen (ca. 8 Knödel)

Zutaten

  • 1 kg mehlige Kartoffeln
  • 150g Kartoffelstärke
  • 1 TL Salz
  • 1/2 TL geriebene Muskatnuss
  • Für die Füllung:
  • 3 Scheiben Weißbrot (altbacken)
  • 3 EL vegane Butter
  • 1 kleine Zwiebel, fein gehackt
  • 2 Knoblauchzehen, fein gehackt
  • 2 EL frische Petersilie, gehackt
  • 1 EL frischen Thymian
  • Salz und Pfeffer nach Geschmack

Zubereitung

  1. Die Hälfte der Kartoffeln (500g) mit Schale in Salzwasser ca. 20-25 Minuten weich kochen. Abgießen, etwas abkühlen lassen, schälen und durch eine Kartoffelpresse drücken.
  2. Die andere Hälfte der Kartoffeln schälen, sehr fein reiben und in einem sauberen Küchentuch kräftig auspressen. Die aufgefangene Flüssigkeit kurz stehen lassen, bis sich die Stärke absetzt.
  3. Für die Füllung das Brot in kleine Würfel schneiden. Vegane Butter in einer Pfanne erhitzen, Zwiebel und Knoblauch glasig dünsten. Brotwürfel zugeben und goldbraun rösten. Mit Kräutern, Salz und Pfeffer würzen.
  4. Die gekochten Kartoffeln mit den geriebenen Kartoffeln, Kartoffelstärke (plus die abgesetzte Stärke aus der Flüssigkeit), Salz und Muskatnuss zu einem glatten Teig verkneten. Nicht zu lange kneten, sonst wird der Teig klebrig.
  5. Mit feuchten Händen etwa tennisballgroße Portionen vom Teig abnehmen, flach drücken, jeweils 1-2 EL der Brotwürfelfüllung in die Mitte geben und zu runden Knödeln formen.
  6. Einen großen Topf mit Salzwasser zum Kochen bringen. Die Hitze reduzieren, sodass das Wasser nur noch leicht simmert (nicht sprudelnd kochen!). Die Knödel vorsichtig einlegen.
  7. Die Knödel 15-20 Minuten bei schwacher Hitze ziehen lassen. Sie sind fertig, wenn sie an die Oberfläche steigen. Mit einem Schaumlöffel herausheben und abtropfen lassen.
  8. Heiß servieren mit veganer Bratensauce, Pilzrahmsauce oder zu Rotkraut. Mit frischen Kräutern garnieren.

Häufige Fragen

Wo kann ich vegane Kartoffelknödel fertig kaufen?
In Österreich findest du fertige vegane Kartoffelknödel bei Billa und Spar im Tiefkühlregal – oft unter der Eigenmarke SPAR Veggie oder als Alnatura-Produkt bei dm und Bipa. In Deutschland führen Rewe, Edeka, Kaufland und Aldi TK-Kartoffelknödel von Marken wie Dr. Zetti, Pfanni oder vegane Eigenmarken (Rewe Bio + vegan, ja!). Online-Shops wie dm.de und Alnatura.de bieten ebenfalls Lieferoptionen.
Was bedeutet "halb und halb" bei Kartoffelknödeln?
"Halb und halb" ist die klassische bayerisch-österreichische Methode: Die Hälfte der Kartoffeln wird gekocht und durch die Kartoffelpresse gedrückt, die andere Hälfte wird roh fein gerieben und kräftig ausgedrückt. Dieses Verhältnis gibt den Knödeln ihre typische Textur – außen leicht fest, innen wunderbar weich und zusammenhaltend, ohne auseinanderzufallen. Reine Rohknödel (nur gerieben) sind kompakter; reine Kochknödel werden fluffiger aber weniger bindend.
Wie gelingen vegane Kartoffelknödel im Thermomix?
Im Thermomix TM5 oder TM6 garst du 500 g Kartoffeln (mit Schale) 25 Minuten/100 °C/Stufe 1. Anschließend schälen, durch die Presse drücken und mit 500 g roh geriebenen, kräftig ausgedrückten Kartoffeln, 150 g Kartoffelstärke und Gewürzen zu einem Teig verkneten – dafür den Thermomix am besten nicht benutzen, sonst werden die Knödel klebrig. Die Füllung (Zwiebeln, Brot, Kräuter) bereitest du separat in der Pfanne zu. Knödel dann im Varoma oder klassisch im Topf garen.