Vegane Mode erkennen: Siegel und Zertifikate
Kein einzelnes Siegel deckt bei Kleidung alles ab: Ein Vegan-Logo sagt dir, dass keine tierischen Materialien verarbeitet wurden, aber nichts über Arbeitsbedingungen oder Schadstoffe. Ein Bio-Siegel sagt dir, wie die Faser angebaut und verarbeitet wurde, schließt Wolle und Seide aber nicht aus. Wer vegane und nachhaltige Mode will, kombiniert deshalb zwei Arten von Siegeln.
Vegan-Siegel zeigen, was in der Kleidung steckt
Für die Frage "Ist das tierfrei?" gibt es drei verbreitete Zeichen:
- PETA-Approved Vegan: Das Logo kennzeichnet Kleidung, Accessoires und Einrichtung aus tierfreien Materialien. Es steht für keine tierischen Materialien und trifft keine Aussage zu Umwelt oder Arbeitsbedingungen.
- V-Label: Die geschützte Marke gibt es seit 1996 und sie reicht über Lebensmittel hinaus, etwa in Kosmetik und Non-Food-Produkte.
- Vegan Trademark: Das Zeichen der Vegan Society zertifiziert Produkte seit 1990.
Welches Logo auf einem Teil klebt, hängt vor allem von der Marke ab. Alle drei erfüllen denselben Zweck: Du musst nicht jedes Etikett einzeln entziffern.
Umwelt- und Sozialsiegel beantworten andere Fragen
Die folgenden Zeichen sagen dir, wie ein Kleidungsstück entstanden ist. Ob es tierfrei ist, verrät dir keines davon automatisch.
| Siegel | Worum es geht |
|---|---|
| GOTS | Bio-Fasern, umweltschonende Verarbeitung, soziale Kriterien |
| OEKO-TEX STANDARD 100 | Schadstofftests für das fertige Produkt |
| OEKO-TEX MADE IN GREEN | Schadstoffe, Umweltstandards und faire Produktion |
| bluesign | Chemikalien und Ressourcen in der Textilproduktion |
| Grüner Knopf | Staatliches Siegel für soziale und ökologische Standards |
GOTS: Bio-Fasern mit Sozialstandards
Der Global Organic Textile Standard kennt zwei Stufen: "Organic" verlangt mindestens 95 % zertifizierte Bio-Fasern, "Made with Organic Materials" mindestens 70 %. Dazu kommen soziale Kriterien wie das Verbot von Kinder- und Zwangsarbeit. Wichtig für dich: Auch tierische Fasern wie Schurwolle, Kaschmir und Seide können GOTS-zertifiziert sein. Das Siegel allein macht ein Teil also nicht vegan.
OEKO-TEX: Schadstoffe und Produktion
Beim STANDARD 100 wird jeder Bestandteil, vom Garn bis zum Knopf, auf über 1.000 Schadstoffe geprüft. MADE IN GREEN ergänzt das um geprüfte Produktionsstätten und eine Rückverfolgbarkeit des einzelnen Produkts.
Grüner Knopf, bluesign und Fair Wear
Der Grüne Knopf ist ein staatliches Siegel des deutschen Entwicklungsministeriums. Es verbietet gefährliche Chemikalien und Pestizide, begrenzt Arbeitszeiten und wird von unabhängigen, staatlich anerkannten Stellen geprüft. bluesign zertifiziert Produktionsprozesse und Chemikalienmanagement in der Textilindustrie.
Fair Wear ist dagegen kein Produktsiegel, sondern eine Initiative: Über 90 Marken arbeiten dort an besseren Arbeitsbedingungen in ihren Nähfabriken.
So kombinierst du Siegel beim Einkauf
Mit drei Schritten kommst du schnell zu einer guten Entscheidung:
- Materialetikett lesen: Baumwolle, Leinen, Hanf, Tencel, Polyester und Nylon sind pflanzlich oder synthetisch.
- Vegan-Siegel suchen: PETA-Approved Vegan oder V-Label bestätigen die tierfreie Zusammensetzung inklusive Klebstoffen und Farben.
- Umweltsiegel ergänzen: GOTS, OEKO-TEX oder Grüner Knopf zeigen, dass auch Anbau, Chemie und Produktion stimmen.
Nicht jedes Teil trägt ein Siegel. Dann hilft der Blick auf die Herstellerseite oder eine kurze Nachricht an die Marke.
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Häufige Fragen
- Welches Siegel zeigt, dass Kleidung vegan ist?
- Das PETA-Approved Vegan Logo und das V-Label kennzeichnen Produkte ohne tierische Materialien. Das Vegan Trademark der Vegan Society ist ein weiteres Zeichen für vegane Produkte. Umwelt- und Sozialsiegel wie GOTS, OEKO-TEX oder der Grüne Knopf sagen dagegen nicht automatisch etwas darüber aus, ob ein Kleidungsstück tierfrei ist.
- Ist ein GOTS-zertifiziertes Kleidungsstück automatisch vegan?
- Nein. GOTS regelt den Anteil an Bio-Fasern, die umweltschonende Verarbeitung und soziale Mindeststandards. Zum Geltungsbereich gehören auch tierische Fasern wie Schurwolle, Kaschmir oder Seide. Wenn du Wert auf tierfreie Kleidung legst, prüfe zusätzlich das Materialetikett oder suche nach einem Vegan-Siegel.
- Was ist der Unterschied zwischen OEKO-TEX STANDARD 100 und MADE IN GREEN?
- STANDARD 100 prüft jeden Bestandteil eines Textils, vom Garn bis zum Knopf, auf Schadstoffe. MADE IN GREEN baut darauf auf und bewertet zusätzlich, ob die Produktion umweltfreundlich ist und unter sozial verantwortlichen Bedingungen stattfindet. Jedes Produkt ist über einen Code nachverfolgbar. Beide Siegel treffen keine Aussage über tierische Materialien.
- Ist Fair Wear ein Produktsiegel?
- Nein, Fair Wear ist eine Initiative, die Marken dabei unterstützt, Arbeitsbedingungen in ihren Nähfabriken zu verbessern. Du findest also kein Fair-Wear-Etikett im Kleidungsstück. Welche Marken dabei sind, steht auf der Website von Fair Wear.
- Woran erkenne ich vegane Kleidung ohne Siegel?
- Lies das Materialetikett im Kleidungsstück. Baumwolle, Leinen, Hanf, Tencel, Polyester und Nylon sind pflanzlich oder synthetisch. Begriffe wie Wolle, Seide, Kaschmir, Daunen oder Leder zeigen tierische Bestandteile. Bei Klebstoffen und Farben hilft nur die Herstellerauskunft oder ein Vegan-Siegel.
- Welche Siegel kombiniere ich am besten?
- Für die Tierfrei-Frage eignen sich das V-Label oder das PETA-Approved Vegan Logo, für Material und Schadstoffe GOTS oder OEKO-TEX. Wer zusätzlich auf Lieferketten und Arbeitsbedingungen achtet, schaut auf den Grünen Knopf. Eine gute Faustregel ist ein Vegan-Siegel plus ein Umweltsiegel.