Veganer Alltag: 7 Tipps gegen Lebensmittelverschwendung
Pro Kopf werfen wir in Deutschland etwa 75 Kilogramm Lebensmittel pro Jahr weg - das entspricht rund 235 Euro, die einfach im Müll landen. In Österreich sieht es ähnlich aus: Bis zu 521.000 Tonnen genießbarer Lebensmittel wandern jährlich in den Mist. Obst, Gemüse und Backwaren sind dabei die häufigsten Opfer - oft wegen falscher Lagerung oder Missverständnissen beim Mindesthaltbarkeitsdatum.
Die gute Nachricht: Mit ein paar einfachen Gewohnheiten kannst du deinen Kühlschrank-Abfall drastisch reduzieren - und gleichzeitig Geld sparen.
1. Clever einkaufen mit System
Der wichtigste Schritt passiert vor dem Supermarkt: Wirf einen Blick in Kühlschrank und Vorratsschrank, bevor du losgehst. Eine kurze Einkaufsliste verhindert Spontankäufe, die später vergessen im Gemüsefach landen. Überlege dir grob, was du die nächsten Tage kochen möchtest - so kaufst du nur, was du wirklich brauchst.
Tipp: Auf dem Wochenmarkt bekommst du auch kleinere Mengen - perfekt für Single-Haushalte oder wenn du neue Rezepte ausprobieren willst.
2. Mindesthaltbarkeitsdatum richtig verstehen
"Mindestens haltbar bis" bedeutet nicht "sofort giftig ab". Das MHD ist eine Qualitätsgarantie des Herstellers, keine Verfallswarnung. Joghurt, Tofu oder Pflanzenmilch sind oft noch Tage oder Wochen nach diesem Datum einwandfrei - vertraue deinen Sinnen: Sieht es normal aus? Riecht es gut? Dann ist es meistens auch noch genießbar.
Ausnahme: Bei frischem Obst und Gemüse ohne Verpackung gilt ohnehin: Augen auf und Nase dran.
3. Richtig lagern, länger genießen
Die richtige Lagerung macht einen enormen Unterschied. Tomaten gehören nicht in den Kühlschrank (verlieren Aroma), Bananen reifen andere Früchte schneller (also separat lagern), und Kräuter bleiben im Wasserglas auf der Fensterbank viel länger frisch.
Schnelle Lager-Regeln:
- Kühlschrank: Beeren, Blattgemüse, Pilze, angeschnittenes Obst
- Kühler Vorratsraum: Kartoffeln, Zwiebeln, Knoblauch, Kürbis
- Zimmertemperatur: Tomaten, Bananen, Avocados, Zitrusfrüchte
4. Reste kreativ verwerten
Vom gestrigen Reis zum gebratenen Reis, aus welkem Gemüse wird eine würzige Suppe, überreife Bananen werden zu Bananenbrot oder Smoothies. Laut Welthungerhilfe ist kreative Resteverwertung einer der effektivsten Hebel gegen Lebensmittelverschwendung.
Reste-Helden:
- Gemüsereste: Suppe, Eintopf, Curry, gebratener Reis
- Hartes Brot: Paniermehl, Croutons, Brotpudding
- Überreifes Obst: Smoothies, Marmelade, Kompott, Kuchen
5. Einfrieren als Superkraft
Dein Gefrierschrank ist der beste Verbündete gegen Verschwendung. Fast alles lässt sich einfrieren: Brot in Scheiben (einzeln entnehmbar), Kräuter in Eiswürfelformen mit etwas Öl, vorgekochte Mahlzeiten für stressige Tage, selbst Bananen für spätere Smoothies.
6. Digitale Helfer nutzen
Apps wie Too Good To Go oder Plattformen wie Foodsharing machen es einfacher denn je, Lebensmittel zu retten. Bei Too Good To Go kaufst du überschüssige Speisen von Restaurants und Supermärkten zum reduzierten Preis, bei Foodsharing teilst du kostenlos mit Menschen in deiner Nähe.
7. "Unperfektes" Gemüse wählen
Die krumme Gurke und der knubbelige Apfel schmecken genauso gut wie ihre makellosen Geschwister. Viele Supermärkte bieten mittlerweile "Retterboxen" oder Klasse-II-Ware günstiger an. So landet weniger auf dem Kompost der Landwirte - und du sparst dabei auch noch.
Der größere Zusammenhang
Weniger Lebensmittelabfall bedeutet auch weniger CO2: Laut WWF verursachen vermeidbare Lebensmittelabfälle in Deutschland jährlich rund 48 Millionen Tonnen CO2-Emissionen. Die EU hat sich 2025 das Ziel gesetzt, die Verschwendung bis 2030 im Einzelhandel und Haushalten um 30% zu reduzieren.
Jeder kleine Schritt zählt - und der positive Nebeneffekt: Weniger Verschwendung bedeutet auch mehr Geld für die wirklich guten Zutaten.
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