Veganer Zero-Waste Einkauf: Plastikfrei und unverpackt shoppen in Österreich
Österreich hat ein Plastikproblem: Laut dem Greenpeace Plastik-Check 2024 werfen österreichische Haushalte jährlich rund 10,7 Milliarden Plastikverpackungen weg - das sind im Schnitt 50 Stück pro Haushalt und Woche. Nur 17% davon werden recycelt, 82% landen in der Verbrennung.
Gleichzeitig würden laut Befragung 94% der Österreicher:innen Obst und Gemüse ohne Verpackung kaufen. Die Möglichkeit gibt es: in Unverpackt-Läden quer durch Österreich.
Verpackungsfrei einkaufen spart Müll
Die Zahlen sind eindeutig. Laut Eurostat (2023) erzeugt jede:r EU-Bürger:in durchschnittlich 35,3 kg Plastikverpackungsmüll pro Jahr. Österreich liegt mit einer Recyclingquote von 26,9% deutlich unter dem EU-Durchschnitt von 42,1%.
Eine Studie in One Earth (November 2024) vom Stockholm Resilience Centre zeigt, dass Plastikverschmutzung alle 9 planetaren Grenzen verschärft - vom Klimawandel bis zum Biodiversitätsverlust. Das Umweltbundesamt nennt für Brunnenwasser und abgefülltes Wasser Mikroplastik-Konzentrationen von 2,7 bis 12,4 Partikeln pro Liter.
Das bedeutet konkret:
- Jeder Haushalt wirft pro Jahr rund 2.600 Plastikverpackungen weg
- Eine Reduktion um ein Viertel würde 2,7 Milliarden Stück einsparen
- Lose Ware, Mehrweg und Nachfüllen sind die einfachsten Hebel
Für vegane Einkäufer:innen ist das Thema doppelt relevant: Pflanzliche Ernährung reduziert bereits den ökologischen Fußabdruck enorm - Zero Waste Einkaufen macht ihn noch kleiner.
Unverpackt-Läden in Österreich nach Städten
Läden schließen und eröffnen immer wieder. Eine aktuelle Karte findest du bei Zero Waste Austria, die Listen je Stadt stehen dort ebenfalls. Hier eine Auswahl, die wir geprüft haben:
Wien
Die Auswahl stimmt mit der Liste von Zero Waste Austria für Wien überein.
- Der Greißler (1040 und 1080 Wien): Unverpackt-Supermarkt mit Schüttgut und Bio-Sortiment, der-greissler.at
- Lieber Ohne (1060 Wien): Bio und regional, mit eigenen Behältern abfüllen, lieberohne.at
- Die Warenhandlung (1030 Wien): Greißlerei mit regionalen Produkten und Café, warenhandlung.at
- holis market (1070 Wien): ebenfalls auf der Wiener Liste von Zero Waste Austria
- füllbar (Lerchenfelder Straße 55, 1070 Wien): Nachfüllstation für ökologische Wasch- und Putzmittel
Graz
- Das Gramm (Neutorgasse 7, 8010 Graz): der erste verpackungsfreie Lebensmittelladen der Stadt, dasgramm.at
- Weitere Adressen: Zero Waste Austria Graz
Linz
- Unpackbar (Harrachstraße 46, 4020 Linz): Lebensmittel, Kosmetik und Haushaltswaren ohne Verpackung, du bringst eigene Gefäße mit, unpackbar-laden.at
Salzburg
- Wild & Nackig (Rainerstraße 11, 5020 Salzburg): regionale Bio-Produkte zum Selbstabfüllen, seit 2021 in der Elisabeth-Vorstadt, Bericht bei Salzburg24
Innsbruck
- greenroot (Marktgraben 14, 6020 Innsbruck): regionale, saisonale und biologische Produkte ohne oder mit wenig Verpackung, gruenzeug.tirol/greenroot
Tipp: Wochenmärkte funktionieren ähnlich: Obst und Gemüse lässt du direkt in deinen mitgebrachten Beutel legen.
So läuft der Einkauf im Unverpackt-Laden ab
Das Prinzip ist einfach, aber du musst dich kurz vorbereiten.
Das solltest du mitbringen:
- Schraubgläser oder Einmachgläser für Schüttgut (Hülsenfrüchte, Nüsse, Cerealien, Mehl)
- Stoffbeutel für Obst, Gemüse und Brot
- Wiederverwendbare Flaschen für Öle, Essige oder Säfte (wo angeboten)
- Einen stabilen Einkaufsbeutel oder Rucksack für alles
So gehst du vor:
- Behälter an der Waage registrieren lassen (Tara-Gewicht wird abgezogen)
- Schüttgut selbst abfüllen
- An der Kasse bezahlst du nur für den Inhalt, nicht für die Verpackung
Viele Unverpackt-Läden stellen Leih- oder Kaufbehälter bereit, falls du beim ersten Besuch nichts dabeihast.
Online-Alternativen: Einige Händler liefern in Mehrwegverpackungen, die du nach dem Entleeren zurückschickst. Das hilft bei Spezialitäten, die es nicht in jedem Laden gibt.
Plastik im Alltag reduzieren
Auch ohne Unverpackt-Laden in der Nähe sparst du viel Plastik. Kemper, Spotswood und White (2023) befragten 18 nachhaltig eingestellte Verbraucher:innen im Journal of Environmental Management: Selbst sie nennen Zeitaufwand und kleines Sortiment als größte Hürden. Kleine Schritte reichen deshalb für den Anfang.
Im Supermarkt:
- Kaufe Obst und Gemüse lose statt abgepackt - die meisten Supermärkte bieten das an
- Wähle Glasverpackungen statt Plastikdosen (Glas wird deutlich besser recycelt)
- Kaufe in größeren Mengen - weniger Einzelverpackungen
- Frag an der Frischetheke nach, ob du eigene Behälter mitbringen darfst
Daheim:
- Beeswax-Wraps statt Frischhaltefolie
- Wiederverwendbare Silikonbeutel statt Gefrierbeutel
- Shampoo- und Seifenriegel statt Plastikflaschen
- Nachfüllbare Glasflaschen für Wasserfilter nutzen
Regional und saisonal:
- Wochenmärkte und Bauernläden bedeuten kurze Transportwege und oft minimale Verpackung
- Biokistl-Abonnements liefern saisonales Gemüse mit wenig oder ohne Plastik
- Eigene Kräuter auf dem Balkon oder am Fensterbrett anbauen
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Häufige Fragen
- Was brauche ich für den Einkauf im Unverpackt-Laden?
- Bring eigene Behälter mit: Schraubgläser aus Glas für Schüttgut, Stoffbeutel für Obst und Gemüse, und einen Beutel für Brot. Viele Läden stellen auch Leihbehälter zur Verfügung, falls du nichts dabeihast.
- Ist unverpackt einkaufen teurer als im Supermarkt?
- Nicht unbedingt. Du kaufst genau die Menge, die du brauchst - kein Food Waste, kein Wegwerfen von zu viel eingekauftem. Bei Grundnahrungsmitteln wie Linsen, Nüssen oder Haferflocken ist der Kilopreis oft günstiger als im abgepackten Supermarktformat.
- Wie finde ich Unverpackt-Läden in Österreich?
- Die beste Übersicht bietet zerowasteaustria.at mit einer interaktiven Karte für ganz Österreich. Für Deutschland gibt es ein ähnliches Verzeichnis auf unverpackt.info.
- Kann ich auch im normalen Supermarkt plastikfrei einkaufen?
- Ja! Kaufe loses Obst und Gemüse statt abgepackter Ware, bringe eigene Beutel mit, und wähle Produkte in Glas- statt Plastikverpackung. Lose Ware an der Gemüseabteilung gibt es in den meisten Supermärkten.
- Was ist besser für die Umwelt - Unverpackt-Laden oder Wochenmarkt?
- Beide sind großartige Optionen! Der Wochenmarkt punktet mit kurzen Transportwegen und frischer Ware direkt vom Erzeuger. Der Unverpackt-Laden bietet mehr Produktvielfalt (Schüttgut, Hülsenfrüchte, Nüsse) ohne Verpackung. Ideal ist eine Kombination aus beiden.
- Kann ich im Unverpackt-Laden auch vegane Haushaltsprodukte kaufen?
- Ja! Viele Unverpackt-Läden bieten Nachfüllstationen für ökologische Waschmittel, Spülmittel und Shampoos. Du bringst deine leere Flasche mit und füllst sie auf - spart Plastik und oft auch Geld.
- Lohnt sich Zero Waste wirklich für die Umwelt?
- Definitiv. Wenn alle österreichischen Haushalte nur ein Viertel ihrer Plastikverpackungen vermeiden würden, entspräche das 2,7 Milliarden weniger Plastikverpackungen pro Jahr (Greenpeace 2024). Jede unverpackte Karotte zählt.
- Wie fange ich mit Zero Waste am einfachsten an?
- Starte mit dem Einfachsten: Stoffbeutel statt Plastiktüten, Obst und Gemüse lose kaufen, und Wasser aus dem Hahn statt Flaschen. Das spart bereits einen großen Teil des Plastikverbrauchs ohne großen Aufwand.