Vegane Ernährung für Hunde und Katzen

25.2.2026

Viele VeganerInnen halten Haustiere, was wenig verwunderlich ist - schließlich ist grundsätzliche Tierliebe oft Motivation sowohl für Veganismus als auch für das Zusammenleben mit tierischen Gefährten. Eine häufige Frage dabei: Kann ich meinen Hund oder meine Katze vegan ernähren?

Was sagt die Wissenschaft?

Die Forschungslage hat sich in den letzten Jahren deutlich verbessert. Bis 2025 gibt es bereits 14 wissenschaftliche Studien, die sich mit den gesundheitlichen Auswirkungen veganer Ernährung bei Hunden und Katzen befassen - und die meisten zeigen positive Ergebnisse.

Die größte Studie: 2.536 Hunde untersucht

Eine Studie von Knight et al. (2024) untersuchte über 2.500 Hunde und kontrollierte dabei erstmals wichtige Faktoren wie Alter, Geschlecht, Rasse und Aktivitätslevel. Das Ergebnis:

Langzeitstudie über 12 Monate

Eine klinische Studie der Western University begleitete Hunde ein Jahr lang bei veganer Ernährung. Die Ergebnisse waren vielversprechend:

Stellungnahme der British Veterinary Association

Im Juli 2024 hat die British Veterinary Association (BVA) ihre frühere kritische Haltung gegenüber veganer Hundeernährung offiziell aufgegeben und ernährungsphysiologisch vollwertige vegane Ernährung für Hunde anerkannt.

Wie sieht es bei Katzen aus?

Bei Katzen ist die Lage komplexer. Katzen sind im Gegensatz zu Hunden obligate Karnivoren - sie haben evolutionär höhere Anforderungen an bestimmte Nährstoffe wie Taurin, Vitamin A und Arachidonsäure.

Studie mit 1.369 Katzen

Eine Studie aus dem Journal PLOS ONE untersuchte über 1.300 Katzen:

Wichtig: Taurin und synthetische Nährstoffe

Katzen können bestimmte Nährstoffe nicht selbst synthetisieren. Taurinmangel kann zu dilatativer Kardiomyopathie (Herzerkrankung) und Erblindung führen. Die gute Nachricht: Auch konventionelles Katzenfutter wird mit synthetischem Taurin supplementiert, da die Nährstoffe bei der Verarbeitung oft zerstört werden.

Bei 17 vegetarisch ernährten Katzen zeigten Bluttests:

Worauf du achten solltest

Wenn du erwägst, deinen Hund oder deine Katze vegan zu ernähren:

1. Nur vollwertiges, kommerzielles Futter verwenden
Selbst zusammengestellte Rationen bergen ein hohes Risiko für Nährstoffmängel. Achte auf Produkte, die nach FEDIAF-Richtlinien formuliert sind.

2. Regelmäßige Kontrolle
Lass beim Tierarzt regelmäßig Blutbilder machen, besonders in den ersten Monaten der Umstellung.

3. Bei Katzen besondere Vorsicht
Aufgrund ihrer höheren Anforderungen als obligate Karnivoren solltest du bei Katzen nur mit tierärztlicher Begleitung umstellen.

4. Auf Qualität achten
Nicht alle veganen Futtermittel sind gleich. Studien haben gezeigt, dass manche Produkte Nährstofflücken aufweisen - wähle daher etablierte Marken mit transparenten Nährwertangaben.

Umweltaspekt

Ein weiterer Faktor: Eine Studie aus 2025 berechnete, dass bei einer globalen Umstellung auf vegane Hunde- und Katzenernährung Landflächen größer als Mexiko und Deutschland zusammen eingespart werden könnten. Veganes Hundefutter verursacht zudem 37% weniger Emissionen und benötigt 97% weniger Land als fleischbasiertes.

Fazit

Die Wissenschaft zeigt: Gut formulierte vegane Ernährung kann für Hunde gesund sein - möglicherweise sogar gesünder als konventionelles Futter. Bei Katzen ist die Datenlage noch begrenzter, aber erste Studien deuten darauf hin, dass auch hier eine vegane Ernährung mit entsprechender Supplementierung möglich ist.

Entscheidend ist nicht die Fütterungsform, sondern ob alle Nährstoffbedürfnisse gedeckt werden. Vor einer Umstellung solltest du mit deinem Tierarzt sprechen und auf hochwertige, vollständig formulierte Produkte setzen.