Vegane Schokolade selber machen: 4 Varianten
Selbstgemachte vegane Schokolade besteht im Kern aus einer Fettbasis, Kakaopulver und einem Süßungsmittel. Welche Fettbasis du wählst, entscheidet über Biss, Schmelz und Haltbarkeit. Die Menge an Kakaopulver und Sirup bestimmt dann, wie herb oder süß das Ergebnis wird.
Das Grundrezept mit Mengen und Schritten findest du in unserem Rezept für vegane Schokolade selbst machen. Hier geht es um die Varianten und darum, was du bei jeder beachten musst.
Die vier Varianten im Überblick
| Variante | Fettbasis | Süße | Hält im Kühlschrank |
|---|---|---|---|
| Dunkle Schokolade | Kakaobutter plus etwas Kokosöl | Ahornsirup | mehrere Wochen |
| Schokolade ohne Kakaobutter | nur Kokosöl | Ahornsirup | im Kühlschrank oder Gefrierfach |
| Vollmilch-Art | Kakaobutter | Sirup plus Kokosmilchpulver | im Kühlschrank, gut verpackt |
| Weiße Schokolade | Kakaobutter plus Cashew- oder Kokosmus | Puderzucker | bis zu 2 Wochen |
Die Fettbasis entscheidet über die Festigkeit. Die Haltbarkeiten stammen aus den verlinkten Rezeptquellen weiter unten. Sie gelten für Lagerung im Kühlschrank, nicht bei Zimmertemperatur.
Dunkle Schokolade mit Kakaobutter
Für die klassische Tafel brauchst du Kakaobutter als Hauptfett. Laut Minimalist Baker ergibt eine Mischung aus viel Kakaobutter und etwas Kokosöl die cremigste Textur. Das Kakaopulver siebst du ein, Ahornsirup sorgt für die milde Süße.
Kakaobutter schmilzt am schonendsten im Wasserbad. Loving It Vegan rät, sie vorher fein zu hacken oder zu reiben und nicht in der Mikrowelle zu erhitzen, weil sie leicht anbrennt. Danach heißt es zügig arbeiten, denn die Masse zieht schnell an.
Kakaobutter ist im Bioladen, im Reformhaus und online erhältlich. Der Aufpreis gegenüber Kokosöl lohnt sich, wenn du den typischen Biss einer Tafel willst.
Schokolade ohne Kakaobutter
Mit Kokosöl, Kakaopulver und Sirup gelingt die schnellste Variante. Sie hat allerdings Eigenheiten. Laut Minimalist Baker wird reines Kokosöl-Schoko zu weich bei Raumtemperatur und aus dem Gefrierfach zu hart.
Lass sie deshalb vor dem Essen kurz antauen. Bewahre sie im Kühlschrank oder Gefrierfach auf. Ein leichter Kokosgeschmack gehört dazu, du kannst ihn mit Zimt, Salz oder gehackten Nüssen abrunden.
Vollmilch-Art mit Kokosmilchpulver
Die Vollmilch-Version bekommt ihre Cremigkeit aus einem Milchpulver auf pflanzlicher Basis. Healthy Alie kombiniert 150 g Kakaobutter mit 60 g Kakaopulver und 50 g Kokosmilchpulver. Gesüßt wird mit 80 g Ahornsirup. Mandelmilchpulver funktioniert als Ersatz.
Nach etwa 1 Stunde im Kühlschrank oder 15 Minuten im Gefrierfach ist die Schokolade fest. Wickle sie anschließend ein, denn sie wird in der Wärme rasch weich.
Weiße Schokolade mit Puderzucker
Weiße Schokolade besteht fast nur aus Kakaobutter. Elavegan rührt 100 g Kakaobutter mit 60 g Cashew- oder Kokosmus und 60 g Puderzucker an. Das Mus macht die Tafel weniger hart. Ein Teelöffel klarer Vanilleextrakt verhindert, dass die Masse gelblich wird.
Wichtig ist das Süßungsmittel: Flüssige Süßungsmittel lassen die Masse ausflocken. Verwende fein gesiebten Puderzucker. Eine französische Kurzvariante von Healthy Alie kommt mit 50 g Kakaobutter, 20 g Sojamilchpulver und 30 g Puderzucker aus.
Zuckerfrei süßen
Wer ohne Zucker arbeiten will, greift zu pulverisierten Süßungsmitteln. Elavegan nennt Erythritol in Pulverform als Alternative zu Puderzucker. Minimalist Baker erwähnt Stevia als Option für die dunkle Variante.
Bei weißer Schokolade musst du das Pulver besonders fein mahlen. In der Kaffeemühle und durch ein Sieb gedreht, löst es sich glatt in der Kakaobutter.
Warum Temperieren Glanz bringt
Kakaobutter kann in sechs verschiedenen Kristallformen erstarren. Laut einer Übersicht in PMC zum Temperieren ist nur Form V für Schokolade erwünscht. Sie schmilzt bei 30 bis 34,5 °C, also knapp unter Körpertemperatur.
Ohne Temperieren erstarrt die Masse in ungeordneten Kristallformen. Das kann zu einem grauen Fettschleier führen, dem sogenannten Fettreif. Er ist harmlos, sieht aber matt aus. Für Schokolade, die du im Kühlschrank lagerst und bald isst, reichen Silikonformen und etwas Geduld.
Aufbewahren und variieren
- Kühlschrank: je nach Rezept 1 bis 2 Wochen, dunkle Tafeln auch länger
- Gefrierfach: nach Loving It Vegan bis zu 3 Monate
- Verfeinern: gehackte Nüsse, Kakaonibs, Trockenfrüchte oder Gewürze wie Zimt und Lebkuchengewürz
- Cremig wandeln: Mit etwas Tahini wird die Masse weicher, wie bei Loving It Vegan
Mehr Schokoladiges findest du bei unserer roh-veganen Schoko-Creme, der veganen Modellierschokolade und im Guide zu veganer Nuss-Nougat-Creme. Fertige Tafeln im Handel zeigen dir der Guide zu veganer Schokolade kaufen und die Übersicht Ist Schokolade vegan?. Allgemeines zu Kakao steht im Artikel Schokolade.
Häufige Fragen
- Geht vegane Schokolade selber machen ohne Kakaobutter?
- Ja, mit Kokosöl, Kakaopulver und Ahornsirup. Diese Schokolade wird bei Zimmertemperatur schnell weich und muss im Kühlschrank oder Gefrierfach lagern. Mit Kakaobutter bekommst du die festere, klassische Konsistenz mit knackigem Biss.
- Warum klumpt meine weiße Schokolade beim Süßen?
- Flüssige Süßungsmittel wie Sirup lassen weiße Schokolade ausflocken. Nimm stattdessen fein gesiebten Puderzucker oder pulverisierten Zuckeraustauschstoff, am besten aus der Kaffeemühle, und rühre ihn in die geschmolzene Kakaobutter ein.
- Wie lange hält selbstgemachte vegane Schokolade?
- Im Kühlschrank hält sie je nach Rezept etwa 1 bis 2 Wochen, im Gefrierfach 2 bis 3 Monate. Pack sie gut verschlossen ein, damit sie keine Fremdgerüche annimmt. Bei Raumtemperatur wird sie besonders im Sommer weich.
- Muss ich selbstgemachte Schokolade temperieren?
- Nicht zwingend. Ohne Temperieren fehlt der typische Glanz, und es kann ein grauer Schleier aus Kakaobutter entstehen. Für Schokolade, die du im Kühlschrank lagerst und bald nascht, reichen Silikonformen und etwas Geduld völlig aus.
- Wo bekomme ich Kakaobutter in Österreich?
- Kakaobutter gibt es in Bioläden, Reformhäusern und im Online-Handel. Achte auf Lebensmittelqualität und kauf sie am besten am Stück oder als Plättchen, damit du sie fein hacken kannst.
- Wie mache ich vegane Schokolade zuckerfrei?
- Ersetze Sirup oder Zucker durch ein pulverisiertes Süßungsmittel wie Erythritol oder Stevia. Bei Sirup gelingt die Masse am besten, wenn er in kleinen Mengen eingerührt wird. Bei weißer Schokolade muss das Süßungsmittel fein gemahlen sein.