Veganer Naturdünger Brennnesseljauche

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Brennnesseljauche ist ein vergorener Auszug aus Brennnesseln und Wasser, der vor allem Stickstoff und Kalium liefert und sich als rein pflanzlicher Dünger im Gemüse- und Ziergarten bewährt hat. Du brauchst dafür nur Brennnesseln, Wasser und einen Eimer.

Brennnesseln gehören zu den nährstoffreichsten Wildpflanzen. Tarasevičienė et al. (2023) in Plants fanden in Brennnesselblättern rund 14,5 % Rohprotein und etwa 18,9 % Rohasche, also Mineralstoffe. Genau diese Stoffe lösen sich beim Ansetzen im Wasser.

Das brauchst du zum Ansetzen

Die Mengenangabe stammt unter anderem von Lubera. Metallgefäße sind ungeeignet, weil bei der Gärung chemische Reaktionen mit der Jauche auftreten können.

So setzt du die Jauche an

  1. Pflücke junge Brennnesseln vor der Blüte, am besten ohne Samenstände. Trage dabei Handschuhe.
  2. Zerkleinere die Pflanzen grob, das beschleunigt die Gärung.
  3. Gib sie in den Eimer und gieße mit Wasser auf, bis etwa eine Handbreit Platz zum Rand bleibt.
  4. Streue optional Steinmehl darauf.
  5. Decke den Eimer mit einem Gitter oder Tuch ab, damit kein Laub hineinfällt.
  6. Rühre alle zwei bis drei Tage kräftig um. Das bringt Sauerstoff in den Ansatz und hält die Gärung in Gang.

Sobald die Gärung einsetzt, bilden sich Bläschen und Schaum. Der Geruch ist kräftig, deshalb stellst du den Eimer am besten ins Freie.

Nach ein bis zwei Wochen ist die Jauche laut GARTEN+HAUS dunkelbraun, schäumt kaum noch und riecht herb-säuerlich. Dann ist sie einsatzbereit. Auch die Tipps von Natur im Garten nennen eine Gärzeit von ein bis zwei Wochen.

Verdünnen und richtig anwenden

Unverdünnt ist die Jauche so konzentriert, dass sie Wurzeln schädigen kann. Verdünne sie deshalb immer mit Wasser und gieße sie in die Wurzelzone.

Einsatz Verdünnung Beispiel
Starkzehrer und ältere Pflanzen 1:10 1 Liter Jauche auf 10 Liter Wasser
Jungpflanzen 1:20 100 ml Jauche auf 2 Liter Wasser
Rasen 1:50 100 ml Jauche auf 5 Liter Wasser

Die Werte entsprechen den Angaben von Lubera. Für die Wurzelzone reicht eine Gabe alle drei bis vier Wochen, empfiehlt GARTEN+HAUS. Gerade Starkzehrer wie Tomaten, Kürbis und Zucchini profitieren davon.

Übertreibe es nicht: Zu viel Stickstoff fördert vor allem das Blattwachstum, nicht Blüten und Früchte. Die fertige Jauche hält etwa drei bis vier Wochen, danach setzt du einen frischen Ansatz an.

Was Brennnesseljauche kann und was nicht

Die Wirkung ist weniger spektakulär, als oft behauptet wird. In einem Feldversuch mit Biokartoffeln hatte Brennnesseljauche laut Garmendia et al. (2018) in PeerJ keinen signifikanten Effekt auf Ertrag, Chlorophyllgehalt oder Schädlingsbefall. Die chemische Analyse ergab dort sehr niedrige Gehalte an Stickstoff, Phosphor und Kalium.

Wie nährstoffreich eine Jauche ist, hängt also stark von Ansatz, Pflanzenmaterial und Verdünnung ab. Sieh sie als sanfte, kostenlose Ergänzung zu Kompost und veganer Blumenerde und Dünger, nicht als Wundermittel.

Jauche und Sud sind nicht dasselbe

Auch bei Blattläusen wird oft zur Jauche gegriffen. Plantura unterscheidet hier klar:

Brennnesseljauche Brennnesselsud
Zubereitung vergoren anders zubereitet
Hauptwirkung düngt (viel Stickstoff und Kalium) stärkt die Pflanze
Gehalt an Kieselsäure ja ja

Pflanzenextrakte gehören zu den Pflanzenstärkungsmitteln: Sie sollen vorbeugend wirken und nicht gezielt einen Schädling bekämpfen. Für eine gute Wirkung ist eine regelmäßige Anwendung nötig.

Mehr nachhaltige Ideen für Küche und Garten findest du in unserem Artikel zu Zero Waste.

Häufige Fragen

Wie lange braucht Brennnesseljauche, bis sie fertig ist?
Meist ein bis zwei Wochen, bei kühlem Wetter etwas länger. Fertig ist die Jauche, wenn sie sich dunkel färbt und beim Umrühren nicht mehr schäumt. Wärme beschleunigt die Gärung, an einem schattigen Platz dauert sie länger.
Wie verdünne ich Brennnesseljauche richtig?
Für Starkzehrer und ältere Pflanzen im Verhältnis 1:10 mit Wasser, für Jungpflanzen 1:20 und für den Rasen 1:50. Unverdünnt ist die Jauche so konzentriert, dass sie Wurzeln schädigen kann. Gieße sie in die Wurzelzone, nicht über die Blätter.
Kann ich Brennnesseljauche aufbewahren?
Etwa drei bis vier Wochen lang, danach lässt die Nährstoffwirkung nach. Wer durchgehend düngen möchte, setzt deshalb alle zwei Wochen einen neuen Ansatz an. Bewahre die Jauche in einem abgedeckten, nicht luftdicht verschlossenen Gefäß an einem kühlen Ort auf.
Warum stinkt Brennnesseljauche so stark?
Beim Gären der Pflanzenteile entstehen Geruchsstoffe, das gehört zum Prozess dazu. Eine Handvoll Steinmehl im Ansatz mildert den Geruch. Stelle das Gefäß außerdem an einen Platz im Freien, möglichst weit weg vom Sitzbereich.
Ist Brennnesseljauche dasselbe wie Brennnesselsud?
Nein. Jauche wird vergoren und enthält deutlich mehr Stickstoff und Kalium, sie wirkt also vor allem als Dünger. Brennnesselsud wird anders zubereitet und dient eher als Pflanzenstärkungsmittel. Beide enthalten pflanzenstärkende Kieselsäure.
Welche Brennnesseln eignen sich für die Jauche?
Am besten junge Pflanzen vor der Blüte, denn sie haben noch keine Samen gebildet. Verwende Stängel und Blätter, zerkleinere sie grob und nimm nur Brennnesseln von Plätzen, die nicht mit Spritzmitteln behandelt wurden.